Bayreuth findet viel zu spät in den Playdown-Modus

Bayreuth Tigers – Tölzer Löwen 1:2 (0-1;0-1;1-0)

Zuschauer: 1.447 Strafen: BT: 22 Min T: 10 Min Powerplay: BT: 0/4   T: 1/5

Bayreuth: Raitums, Hartung – Gerstung, Pavlu (2), Heider, Neher (2), Linden (10), Müller, Potac, Mayer – S.Busch (2), Geigenmüller, Voronov, Kolozvary, Bartosch, Gams, Alanov, V.Busch, Stas (4), Luciani, Ontl, Gläser

Tölz: Rämö, Mechel – Borer (2), Kolacny, Reiter, Horschel, Schwarz, Frank – Edfelder, Strobl, Sedlmayr, Schenkel, Endraß, Vihko, Kathan, Ehliz, Hörmann (2), Schlager, St.Jacques (4), Kornelli (2)

Tore: 0:1 (7) 4-5 Endraß (Strobl); 0:2 (28) 5-4 Sedlmayr (Kolacny, Rämö); 1:2 (49) Stas (Alanov, Mayer);

Dieses Spiel 4 bestritten die Tigers mit Raitums im Tor für den verletzten Vosvrda und bei den Gästen spielte wieder St. Jacques für Rodman im Sturm. Sonst hatten beide Teams ziemlich die gleichen Formationen wie in den Spielen zuvor. Die Gastgeber verzeichneten den besseren Start, doch erst Chancen blieben ungenutzt. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen blieb das Spiel dann trotz der Brisanz gegen den Abstieg weitgehend emotionslos, was den Gästen noch mehr in die Karten spielte. Fast bezeichnend fiel ihr Führungstreffer dann auch in Unterzahl. Nach einem halbherzig versuchten Aufbau der Oberfranken aus der eigenen Zone fand die Scheibe von Strobl aus der Rundung den Weg vors Tor zu Endraß, der mit wenig Mühe zum 0-1 einschießen konnte. In der Folgezeit plätscherte die Partie weiter vor sich hin, wobei die Hausherren trotzdem mehrere klare Einschussmöglichkeiten verzeichneten. Doch weder Gläser bei seinem Break (12.) inklusive Nachschuss, noch Stas (13.) fanden wie andere auch einen Weg vorbei an Rämö in diesem insgesamt merkwürdigen Spiel. Neben zu wenig „spirit“ war die mangelnde Chancenverwertung das größte Problem der Tigers.

Auch im zweiten Abschnitt setzte sich dieses ungewöhnlich lethargische Szenario für so ein KO-Spiel fort. Tölz beschränkte sich weitgehend auf die sichere Defensive und den Wagnerstädter fehlten meist die zündenden Ideen. Chancen erspielte man sich kaum noch, weil man z.B. die Zweikämpfe an den Banden hauptsächlich als zweiter Sieger bestritt und sich auch sonst viel zu einfach entscheidend stören lies. Bei einer fragwürdigen 5 gegen 3 Überzahl erhöhten die Gäste dann auch noch auf 0-2. Sedlmayr wurde per Steilpass von Borer auf die Reise geschickt und der Gästetorjäger überwand Raitums eiskalt mit der Rückhand (28.). Damit hatte das einfache Konzept der Löwen mit dem Hauptaugenmerk auf Sicherstellen der Spielkontrolle und dabei auch auf eigene Aktionen fast zu verzichten ein noch breiteres Fundament. Den Gästen kann man da keinen Vorwurf machen, denn mit dem Vorsprung im Rücken ist diese Taktik ein probates Mittel.

Für das Schlussdrittel probierte es Trainer Waßmiller mit einem Reihentausch der Rechtsaußen Luciani und Geigenmüller, doch es dauerte bis Minute 49 bis sich mehr Action auf dem Eis abspielte. Nach einem Durchbruch von Alanov über die rechte Außenbahn legte der quer auf Stas und der „tunnelte“ Rämö zum Anschlusstreffer. Nun kam wieder „mehr Leben“ ins Spiel und es spielten sich auf beiden Seiten turbulente Szenen vor den Toren ab, mehrheitlich sorgten die Bayreuther  für Druck. Was weiter fehlte waren die herausgespielten Großchancen und so gelang es den Oberbayern auch in Unterzahl, bzw. gegen 6 Franken (ohne Torwart) sich schadlos zu halten und mit einer 1-3 Serienführung ins nächste Spiel zu gehen. Deutlich zu spät wachte man auf und wurde energischer gegen Tölzer die sich den Sieg so unspektakulär zwar verdienten, aber über ein biederes Spiel auch nicht hinaus kamen.

Weiter geht es bereits am Freitag wieder im Isarwinkel mit vorerst der Chance für die Löwen diese Serie vorzeitig für sich zu entscheiden.  -bis-



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH