Ein Erkersreuther lief Amok



SVB-Eishockeyteam landete letztlich glücklichen 4:3-Erfolg

Nach einem letztlich glücklichen 4:3 (1:1, 2:1, 1:1)-Erfolg gegen EC Erkersreuth führt das Eishockeyteam des SV Bayreuth mit 7:1 Punkten zwar souverän die Tabelle der Landesklasse Nord an, doch blieben die Einheimischen am Freitagabend vor rund 230 Zuschauern ihrem Ruf als Spitzenreiter allerhand schuldig. Die unschönste Szene des Treffens spielte sich in der 38.Minute ab, als Gästespieler Kral nach einer Schiedsrichterentscheidung plötzlich Amok lief und mit seinem Schläger sogar den Unparteiischen bedrohte. Eine Matchstrafe war die unausbleibliche Folge.

„Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft ganz und gar nicht zufrieden, u.a. weil sie aus zahlenmäßiger Überlegenheit kein Kapital zu schlagen vermochte!“ Mit diesem Schlusskommentar traf SVB-Trainer Fritz Schiller wohl den Nagel auf den Kopf. Neun Minuten lang versuchten fünf Bayreuther Cracks von der 38. bis zur 47.Minute vergeblich mit Einzelaktionen gegen vier Erkersreuther (einer saß auf der Strafbank) mit kopflos vorgetragenen, zerfahrenen Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen. Der SVB ließ jegliche Linie vermissen, schien von konstruktivem Positionsspiel und Powerplay – wie es bei zahlenmäßiger Überlegenheit eigentlich überall praktiziert wird – noch nichts gehört zu haben und musste sich nach einem Break noch einen Gegentreffer zum 3:3 gefallen lassen. Auch als die Gäste von der 47.Minute ab sogar nur drei Akteure auf dem Eis hatten, änderte sich am Gesamtbild nichts. Die Einheimischen leisteten sich wiederholt gravierende Abspielschnitzer und legten nur wenig Angriffsdruck an den Tag. Glück für die Einheimischen, dass Och in der 57.Minute dann doch noch der Siegtreffer glückte. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die SVB-Anhänger schon mit einem Remis abgefunden.
Eins blieb nicht verborgen. Im Aufbauprozeß scheint derzeit eine Stagnation eingetreten zu sein. Die SVB-Crew ließ jedenfalls jene innere Begeisterung, mit welcher sie in der vergangenen Serie begeisterte, total vermissen. Zwar ist läuferisch ein Fortschritt zu attestieren, doch in puncto Zusammenspiel bleiben viele Wünsche offen. In der Deckung verdienten sich neben dem erneut zuverlässigen TW Käs mit Abstrichen noch Thummerer und Kahler gute Noten. Im Angriff gefielen Plattner und Pondor am besten.

Zuschauer: 230       

Strafen: SVB: 8 Min    ECE: 20 Min


SVB: Käs (Stark) – Kahler, Thummerer, Schwindl, Köhler – Schneider, Och, Rieger, Plattner, Müller, Pondor, Richter, Ziegenthaler, Prell

Tore: 1-0 (10) Pondor (Penalty); 1-1 Balk (12); 2-1 Schneider (25); 2-2 Staßdat (32); 3-2 Plattner (33); 3-3 Geyer (42); 4-3 Och (57)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth