Nordbayrischer Kurier 4. November 1996

Vorentscheidung verpaßt

ESVB-Eishockeyteam mit 4:4 im Gipfelduell in Memmingen

 

Für einen Paukenschlag sorgte der ESV Bayreuth im gestrigen Gipfeltreffen der Eishockey-Bayernliga West. Bereits nach 27 Sekunden legte der Kanadier McKinley vor der Rekordkulisse von 2600 Zuschauern in der Memminger Eishalle das 1:0 vor. Der Gast führte bereits mit 3:0, konnte sich aber letztlich über das 4:4 (2:0, 1:2, 1:2) nicht beschweren, denn der EHC Memmingen scheiterte in den Schlußminuten zweimal an ESVB-Torwart Habnitt.

 

 

Aufgrund guter Möglichkeiten verpaßten die spielerisch reiferen Wagnerstädter im ersten Drittel eine Weichenstellung zu ihren Gunsten. Nach dem Blitzstart durch McKinley verfehlte der Kanadier in der 7. Minute ebenso knapp wie H. Bärnreuther, der von Zimmermann bedient worden war. Einen ESVB-Doppelschlag verhinderten die Schiedsrichter in der 13. Minute: Während H. Bärnreuther eine feine Kombination zum 2:0 abschloß, fand ein Schwindl-Treffer keine Anerkennung. Die Entscheidung auf Torraumabseits war höchst zweifelhaft.

 

Danach brachten die Allgäuer Härte in das Spiel, wobei der einheimische Torjäger Dickson wiederholt negativ auffiel. Ihre beste Möglichkeit zum Anschlußtreffer verzeichneten die Memminger in der 17. Minute, als der zweitligaerfahrene Wiche in Überzahl nur um Zentimeter verzog.

 

In der ersten Hälfte des zweiten Abschnitts hätten die Bayreuther für klare Verhältnisse sorgen können, doch der Abschluß blieb das Manko. Bereits vor dem 3:0 hatte H. Bärnreuther eine Überzahlchance nicht verwerten können, ehe McKinley (27.), Schwindl (31.) und H. Bärnreuther (32.) das 4:0 verpaßten. Erst danach fand Memmingen zu seinem Spielfluß. Wiche und Oexle verfehlten jeweils knapp, ehe ESVB-Keeper Habnitt mit einer Glanztat gegen Metzger rettete. Eine Strafzeit gegen Verteidiger Raab hatte in der 33. Minute Folgen: Götzmann verkürzte auf 1:3, und erneut in Überzahl (Strafzeit gegen Schwindl) verkürzten die Allgäuer auf 2:3. Beide Gegentore hinterließen offensichtlich Wirkung, denn der Gast verlor seinen spielerischen Faden und agierte hektisch. "Wir haben die Gastgeber durch vermeidbare Strafzeiten förmlich aufgebaut", schimpfte ESVB-Trainer Iwan Horak an der Bande.

 

Die Möglichkeit zum 4:2 ließ Weingran in der 42. Minute ungenutzt verstreichen, als er nach schöner Kombination das leere Tor nicht traf, ehe EHC-Keeper Weinl Schüsse von H. Bärnreuther und McKinley (43.) meisterte. In der 45. Minute rettete Habnitt mit einem Reflex gegen Dickson, ehe der Kanadier in Überzahl in der 47. Minute zum 3:3 ausglich. Mit einem spektakulären Drehschuß markierte McKinley fast im Gegenzug das 4:3, doch Memmingen bäumte sich mit Erfolg auf gegen die drohende Niederlage. Vor dem 4:4 (54.) hatte Habnitt einen Gleissner-Schuß pariert. Pech hatte Weingran mit seinem Pfostenschuß (57.), doch Dickson und Canik hatten in der Schlußphase gar das Siegtor der Memminger auf dem Stock.

 

Neben TW Habnitt verdiente sich beim ESVB noch McKinley eine gute Benotung, während der zweite Sturm ohne Durchschlagskraft blieb.

 

Tore: 0:1 (1.) McKinley (Schoppa), 0:2 (13.) H. Bärnreuther (Weingran, McKinley), 0:3 (24.) H. Bärnreuther (Zimmermann 5 gegen 4), 1:3 (33.) Götzmann (Gleissner, Dickson 5 gegen 4), 2:3 (38.) Canik (Dickson, Gleissner 5 gegen 4), 3:3 (47.) Dickson (Gleissner), 3:4 (48.) McKinley (Zimmermann, McKinley), 4:4 (54.) Gleissner (Dickson, Canik);

Strafminuten: Memmingen 20, Bayreuth 16;

Zuschauer: 2600.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth