Nordbayrischer Kurier 9.November 1996

Lange Anlaufphase

ESVB-Team tat sich beim 6:1-Erfolg über den ESV Burgau schwer

Erst im Schlußdrittel platzte der Knoten: Neuling ESV Bayreuth tat sich gegen den clever agierenden ESV Burgau lange Zeit sehr schwer, ehe vor 1150 Zuschauern der 6:1 (0:0, 2:0, 4:1)-Heimsieg unter Dach und Fach war. Die Wagnerstädter behaupteten sich damit an der Tabellenspitze der Bayernliga West und weisen nunmehr einen Kontostand von 7:1 Punkten auf.

 

 

Die Bayreuther Erfolgsgaranten waren der stets vorbildlich rackernde Kanadier Jamie McKinley und der überragend reagierende Torhüter Siegfried Bärnreuther, der mit beeindruckenden Reflexen in den beiden ersten Abschnitten ein böses Erwachen seines nervös und zerfahren operierenden Teams vereitelte. Zwar hatte McKinley bereits nach 18 Sekunden mit einem Pfostenschuß "angeklopft", doch danach profitierten die Gäste von der "schwächelnden Defensive" der Gastgeber und kamen durch Gebauer (2.) und Vosatka (4. und 8.) zu drei hundertprozentigen Chancen. In allen Fällen rettete H. Bärnreuther, der registrieren mußte, daß seinen Vorderleuten das konsequente Forechecking der schnörkellos spielenden Burgauer überhaupt nicht schmeckte. Zu den Abspielfehlern im Spielaufbau (Zimmermann) gesellten sich Abstimmungsfehler und halbherzige Aktionen (Schoppa). Die Folge: Der Kombinationsfluß kam erst ab der 13. Minute auf, doch dann wirkten die Stürmer im Abschluß unkonzentriert. Schwindl (13.), McKinley (14. u. 20.) und H. Bärnreuther (15.) kamen in den ersten Druckphasen auch zu zwingenden Gelegenheiten. Pech für die Einheimischen, daß Verteidigerroutinier Doll im zweiten Drittel verletztungsbedingt ("Pferdekuß" am Oberschenkel) endgültig passen mußte.

 

Im zweiten Abschnitt hätten die im Abschluß mitunter versagenden Gäste früh für eine Vorentscheidung zu ihren Gunsten sorgen können. Sie konnten aber aus dem gelegentlichen "Abwehrchaos" keinerlei Kapital schlagen: Die sträflich freistehenden Fiener (21.) Allersberger (22.), Schürßner (23.) und Gebauer (25.) verzweifelten im Abschluß regelrecht am vorzüglichen ESVB-Torhüter S. Bärnreuther, der zu Recht wiederholt seine Vorderleute zur Konzentration mahnte.

 

Die zweite ESVB-Chance führte im zweiten Drittel zum 1:0, als "Hochzeiter" Ponitz mit einem verdeckten Schuß in der 28. Minute den zuverlässigen Gästekeeper Poulin überlistete.

 

Doch auch diese knappe Führung brachte noch keine Sicherheit im ESVB-Spiel. Fiener, Allersberger (jeweils 31.) sowie Kohler (35.) hatten den nicht unverdienten Ausgleich auf dem Stock, ehe McKinley ein Überzahlspiel nach feinem Zimmermann-Paß zum 2:0 (37.) vollendete.

 

Obwohl sich die Wagnerstädter im Schlußabschnitt klar absetzen konnten, blieb es bei der hohen Fehlerquote der Gastgeber, die nicht so recht auf Touren kamen, aber spätestens nach dem 4:0 alle Zweifel am Erfolg ausgeräumt hatten und gegen den nachlassenden Gast noch eine höhere Torausbeute verpaßten. Neben Doll fiel auch noch Stürmer Fof (Schulterprellung) aus.

 

Tore: 1:0 (28.) Ponitz (Herberholz), 2:0 (37.) McKinley (Zimmermann 5 gegen 4), 3:0 (44.) H. Bärnreuther (Weingran, McKinley). 4:0 (46.) Barnet (Schneider, Richter), 4:1 (52.) Kohler, 5:1 (59.) Zimmermann (Schwindl, H. Bärnreuther); 6:1 (60.) McKinley (Barnet, H. Bärnreuther); Strafminuten: Bayreuth 8, Burgau 12;

Zuschauer: 1102.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth