Zwei Tore nicht anerkannt

 

SV Bayreuth – EHC Klostersee 4:5 (1:1, 2:3, 1:1)

 

Der Nimbus der Bayreuther, die über zwei Jahre lang in Heimpunktspielen ungeschlagen geblieben waren, ist dahin. Genaugenommen wurde der SVB „Opfer“ eigener Unzugänglichkeiten in Abwehr und Sturm und gleichzeitig Leidtragender, mangelnder Abstimmung der Schiedsrichter. So wurden z. B. zwei Treffer erst nachträglich aberkannt.

Zunächst zur Situation Sekunden vor der ersten Drittelpause. Pilzer kam mit Zustimmung eines der beiden Unparteiischen zu früh von der Strafbank. Er gab die Vorlage für Endres, der zum 2:1 für die Oberfranken einschoss. Doch der Jubel der SVB- Anhänger war voreilig. Als beide Teams aus den Kabinen zum zweiten Abschnitt auf das Eis kamen, wurde dieses Tor annulliert. Der Protest der Gäste hatte damit Erfolg. Die Volksseele kochte erstmals!

Nicht ganz unberechtigt waren die wütenden „Schieber“ Sprechchöre in der 50. Minute. Nach einem Foulspiel eines Gästespielers zeigte SR Schmid mit der Hand eine Zeitstrafe an, erkannte jedoch zunächst auf Vorteil für die Bayreuther, die in diesem Augenblick in Scheibenbesitz waren. Der wiederum überragende SVB- Stürmer Don Langlois zog mit einem kraftvollen Spurt auf und davon und ließ dem reaktionsschnellen Gästetorwart Stürzer mit einem eleganten Schlenzer keine Abwehrchance. SR Schmid hatte am Zeitnehmertisch bereits das 5:4 für die Bayreuther „durch die Nummer neun“ notieren lassen, als sein Kollege an die Bande fuhr und erklärte, er habe noch vor dem Sturmlauf von Langlois das Spiel unterbrochen gehabt. Das Tor in dieser „Schlüsselszene“ zehn Minuten vor der Schlusssirene galt also nicht.

Wie SVB- Trainer Gerhard Schmid nach Spielschluss richtig resümierte, wäre es unfair, den Schiedsrichtern die Alleinschuld an der Niederlage in die Schuhe zu schieben zu wollen. Vielmehr begünstigten Mängel im Abschluss sowie gravierende Schwächen in der Abwehr letztlich den glücklichen wenngleich nicht ganz unverdienten Erfolg der mannschaftlich geschlossener wirkenden Oberbayern. Langlois, Holzner, Regensburger, L. Schmid und Endres ließen gut ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten ungenutzt verstreichen, wobei L. Schmid sogar einmal unbedrängt am leeren Gehäuse vorbeischoss. Zudem hatten die Gäste mit Stürzer einen Mann zwischen den Pfosten stehen, der mit einer Serie von Glanztaten die Oberfranken schier zur Verzweiflung brachte.

Zu denken gaben die Abwehrschnitzer der Gastgeber. Nach 29 Minuten musste Torhüter Knetsch nach zwei vermeidbaren Treffern (beim Stande von 2:3) Platz für den angeschlagenen Koch machen, der wesentlich mehr Ruhe ausstrahlte. Ebenso wie Knetsch sind auch Cmapell zwei Treffer anzulasten. Der „Kapitän“ trat nach mehrwöchiger Verletzungspause keinesfalls als Chef der Abwehr auf. So avancierte wiederum Pilz zum stärksten SVB- Verteidiger, obwohl auch bei ihm Abstriche zu machen waren. Eine unnötige 4-Minuten- Zeitstrafe hatte in der 13. und in der 17. Minute das 1:1 zur Folge.

Den „Vogel“ schoß in dieser Besziehung Holzner durch einen Stockschlag im Angriffsdrittel etwa fünf Minuten vor Schluss ab. Die Quittung: Bei zahlenmäßiger Überlegenheit gelang den Oberbayern letztlich der Siegtreffer.

Lobenswerte Einsatzbereitschaft der Einheimischen konnte allerdings nicht darüber hinweg tauschen, dass in spielerischern Belangen nach wie vor gefeilt werden muss. Das Aufbau- und Angriffspiel bestand mehr oder weniger aus Einzelaktionen. Sinnvolle Kombinationen hatten Seltenheitswert. Überlegt vorgetragenes Powerplay bei zahlenmäßiger Überlegenheit blieb höchstens im Ansatz erkennbar. Die Neuzugänge Feselmayer und Bumann vermochte die Erwartungen wiederum nicht zu erfüllen.

Zu den Aktivposten im routinierten Gästeteam zählten neben Torwart Stürzer Verteidiger Riedl und die gut harmonierende zweite Sturmreihe mit den technisch versierten Kanadiern Quinlan und McGuirw sowie Kreitmaier.

Tore: 1:0 Campbell, Weitschuss (6.), 1:1 Quinlan, Pass McGuire (17.), 1:2 McGuire, Vorlage Quinlain (24.), 1:3 Quinlan, Vorlage Kreitmeier (28.), 2:3 Regensburger, Pass Holzner (27.), 3:3 L. Schmid Alleingang (34.), 3:4 Quinlan, Vorlage Kreitmeier (35.), 4:4 Langlois, Nachschuss (47.), 4:5 Reitberger, Schlagschuss (57.).

Schiedsrichter: Schmid, Friedmann (beide Landshut)

Zuschauer: 3500 (ausverkauft).

Strafminuten: SVB (22), Klostersee (24)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH