SVB ist noch kein Spitzenteam“

 

Oberliga- Neuling musste sich TSV Peißenberg mit 3:5 beugen/ Niveaureiches Duell

 

Wir sind einfach noch keine Spitzenmannschaft!“ Zu diesem Resümee kam der Spielertrainer des Neulings der Eishockey- Oberliga Süd, Gerhard Schmid, nach der 3:5 (1:0, 1:2, 1:3)- Heimniederlage seines Teams gegen den Titelaspiranten TSV Peißenberg. In der Tat: Die in stocktechnischer und läuferischer Hinsicht überlegenen Gäste setzten sich in diesem niveaureichen Schlagabtausch vor 3500 Zuschauern verdient durch. Nicht zuletzt vermochten die Gäste aus Unzulässigkeiten der SVB- Deckung Kapitän zu schlagen. Am Wochenende hat Aufsteiger SVB gegen EC Peiting (Samstag) und EA Schongau (Sonntag) schwere Auswärtsspiele zu bestreiten.

 

Die Note eins im SVB- Team verdiente sich wiederum Torhüter Koch, der nach den Worten seines Trainer „wie ein Weltmeister“ hielt. Der Keeper stand vor allem im ersten Drittel im Brennpunkt des Geschehens, als er mit tollen Paraden, Granaten der druckvoll anstürmenden Peißenberger entschärfte. Kochs Fangkünste waren eigentlich schon das Eintrittsgeld wert.

Wie die SVB- Deckung bekam auch der einheimische Sturm eine Lehrstunde erteilt. Zunächst demonstrierte die TSV- Deckung eindrucksvoll, wie man das überwiegend auf Einzelaktionen abgestimmte Angriffsspiel der Oberfranken wirkungsvoll abblockt. Zudem Aktivposten zählten zweifellos Vollstrecker Stogbauer sowie der lautstarke Abwehrspieler Fischer.

In der ersten Sturmformation der Bayreuther lieferte Regensburger seine bisher beste Heimvorstellung. Dennoch vermochte er nur einmal seine Vollstreckerfälligkeit aufblitzen zu lassen. Langlois ging wie Holzner, der wiederum kämpferische Akzente setzte, leer aus.

Dem Tempospiel der Peißenberger war vor allem die zweite SVB- Angriffsreihe nicht ganz gewachsen. Zwar verrichteten die Brüder L. und W. Schmid sowie Endres ihre Deckungsarbeit zufriedenstellend, doch im Sturm bekleckerte sich das Trio nicht sonderlich mit Ruhm. Darüber kann auch das Tor zur überraschenden 1:0- Führung durch Endres nicht hinwegtauschen. Vor allem W: Schmid erwies sich als Schwachpunkt.

Im dritten Sturm (Felelmayer, Bumann, G. Schmid), blieb vor allem der bundesligaerfahrene Bumann sehr blass. Der Neuzugang muss erst noch den Nachweis liefern, wenn er in die Kategorie der Verstärkungen eingereiht werden möchte.

Noch während der Nikolaus nach der Schlusssirene Geschenkpäckchen an beide Teams verteilte, übten SVB- Verantwortliche und Anhänger „Manöverkritik“. Das Resultat: Obwohl sich die Einheimischen im kämpferischer Beziehung erneut ein Gesamtlob verdienten, vermochten doch einzelne Spieler nicht die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Unübersehbar war nämlich geblieben, dass die zuletzt von herber Kritik verschonten Kanadier Don Langlois und John Campbell noch lange nicht zu ihrem Leistungsvermögen zurückgefunden haben. Langlois erzielte nicht die erhoffte Durchschlagkraft im Angriff. Er biss sich in steter Regelmäßigkeit an der soliden, erfahrenen TSV- Deckung fest. Dennoch vermochte er zwei seiner vor Wochen noch gefürchteten Breaks zu starten, doch beide Male wirkte er im Abschluss unkonzentriert. Er scheiterte an TSV- Torwart Metzner, der ob seiner Übersicht mit zu den stärksten Gästespielern zählte. Wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte Langlois Sekunden vor der ersten Drittelpause bei zahlenmäßiger Unterlegenheit die fast todsichere 2:0- Führung sicherstellt.

Nach seiner Verletzungspause hat Campbell noch nicht zu seiner gewohnten Form zurückgefunden. Der letztjährige Abwehrchef schaltete sich zwar produktiv ins Aufbau- und Angriffsspiel ein, doch leistete er sich wiederholt gravierende Abspielfehler. Überhaupt ließ SVB- Trainer Gerhard Schmid bei der Pressekonferenz kaum ein gutes Haar an der Abwehr. „Peißenberg hat uns vorgemacht, wie man geschicktes Forechecking spielt. Unsere Stürmer wurden immer an der blauen Linie vor dem TSV- Verteidigungsdrittel hart attackiert. Unsere Leute hielten sich jedoch nicht an die Order. Sie ließen den TSV- Stürmern einfach zu viel Spielraum.“ Von dieser herben dennoch nicht ganz unberechtigten Kritik muss allerdings Pilzer ausgenommen werden. Der Neuzugang bot erneut eine solide Leistung.

Tore: 1:0 Endres, Pass Holzner (10.),1:1 Fischer, Zuspiel Stögbauer, Irving (21.), 1:2 Frei, Vorlage Brunsmann (24.), 2:2 Regensburger, Pass Langlois (26.), 2:3 Stögbauer (43.), 2:4 Stögbauer, Zuspiel Fischer (45.), 3:4 Pilzer, Solo (53.), 3.5 Lew, Pass Fischer (54.).

Strafminuten: SVB (8), Peißenberger (12.)

Schiedsrichter: Weitl, Lechermann (Landshut/ Weßling)

Zuschauer: 3500



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH