Zu viele Ungereimtheiten

 

SV Bayreuth – ERC Ingolstadt 4:7 (2:1, 1:2, 1:4)

 

HI, ha, ho – Bayreuth ist k.o.“ Während sich viele enttäuschte SVB- Anhänger Minuten vor der Schlusssirene schon auf den Heimweg machten, mussten sich die heimischen Craacks von der kleinen, aber stimmkräftigen Fangruppe aus der Donaustadt regelrecht verhöhnen lassen. Zweifellos ein Novum in Bayreuth!

 

Wir haben viel sogenannte Stars, aber keine Mannschaft“, übte Spielertrainer Gerhard Schmid herbe Kritik an seinen Schützlingen. Verschiedene Leute wissen immer alles besser, doch wenn sie einen Fehlpaß produzieren, sind sie sich zu schafe um etwas nachzusetzen.“ Kein Widerspruch!

Erstes Opfer angekündigter Konsequenzen wurde Verteidiger Bumann, der ob seiner laschen Einstellung vorläufig aus dem Kader flog. SVB- Abteilungsleiter Alfred Zapf ließ durchblicken, dass sich die SVB- Verantwortlichen verschiedenes nicht mehr gefallen lassen werden. Wer sich in den nächsten Spielen nicht an die Marschroute hält, der kann gehen“. Machte er kein Geheimnis daraus, das er sich von verschiedenen Spielern, die für Geld nach Bayreuth geholt wurden, einfach mehr erwarte. „Wenn es sein muss, setzten wir künftig auf unsere eigenen Leute, die machen zwar auch viele Fehler, doch sie sind mit mehr Ergeiz bei der Sache!“

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass gegen Ingolstadt die Summe vieler Ungereimtheiten letztlich ausschlaggebend für die Niederlage war. Als Achillesferse entpuppte sich einmal mehr die wenig Umsicht zeigende Abwehr, die sich nicht selten scheunentoroffen präsentierte und Ingolstadt das Torschießen relativ einfach machte. Mit ungenauem Abspiel schwor man selbst heikle Situationen vor dem eigenen Gehäuse herauf. Speziell den etatmäßigen Leistungsträger Pilzer, Campbell und Bumann (bundesligaerfahren?) unterliefen Fehler die einheimische Fans in Rage brachten. Der zuverlässige TW Koch hatte mehrmals Schnitzer seiner Vorderleute auszubügeln.

Lediglich in den ersten 20 Minuten vermochten sich die SVB- Sturmformationen ordentlich in Szene zu setzen. Vor allem der vor wenigen Tagen verpflichtete Weber (vom Bundesligisten ERC Freiburg) wartete mit einer ansprechenden Leistung auf. Mit zwei herrlichen Tagen zur 2:1 Führung feierte er einen vielversprechenden Einstand. Schusspech (Weber und Pilzer) und Unvermögen (G. Schmid) sowie ein überzeugender ERC- Schlussmann B Haider verhinderte einen höheren Vorsprung nach dem ersten Drittel.

Für den einzigen Höhepunkt im zweiten Abschnitt sorgte der über weite Strecken unter seinen Möglichkeiten spielende Langlois, als er bei zahlenmäßiger Unterlegenheit einen Break überlegt zum 3:2 vollstreckte. Danach herrschte allerdings Sendepause im Angriffsspiel der konditionsschwächeren Oberrfanken, die mitunter jegliche Ordnung und Konzeption vermissen ließen. Mit brotlosen Einzelaktionen war gegen die routinierten und cleveren Gästeverteidiger Kl. Haider, Faix und Tessier nichts auszurichten. Während Holzner der sich drei unnötige Strafzeiten einhandelte, neben Weber und Langlois recht blass blieb, ging in der zweiten Formation lediglich von dem im Abschluss zweimal versagenden Spielertrainern G. Schmid Gefahr aus. Zumindest in puncto Disziplin gab es bei W. Schmid (ohne Zeitstrafe) nichts zu bemängeln. Schwachpunkt im Schmid-Trio war zweifellos Lothar, an dem das Spiel regelrecht vorbei lief. Die dritte Angriffsreihe kam nur sporadisch zum Zuge. Der verletzte Endres fehlte.

 

Mehr gekämpft“

 

Sachlich korrekt resümierte Ingolstadts überzeugender Spielertrainer Tuma das Spielgeschehen. „Wir haben uns deshalb durchgesetzt, weil wir bereit waren, uns 60 Minuten lang zu plagen. Von der Bayreuther Truppe, die mir durch druckvolles Spiel im ersten Drittel noch gefallen hatte, kann man dies nicht behaupten. Auch konditionell hatte unsere Minitruppe, in der zwei Stammspieler fehlten, unübersehbare Vorteile. Die beste Benotung verdiente sich unser neuverpflichteter Kanadier Hebert, der als Vollstrecker, glänzte und Ruhe in unser Spiel brachte. Er hat mich in meiner Funktion als Spielertrainer wesentlich entlastet.“

Tore: 0:1 kl. Haider, Weitschuss (2.), 1.1 Weber, Pass Campbell (16.), 2:1 Weber, Vorlage Langlois (19.), 2:2 Tuma, Zuspiel Seitz (29.), 3:2 Langlois, Alleingang (30.), 3:3 Hebert, Pass Tuma (38.), 3:4 Tuma Vorlage Hebert, (45.), 3:5 Tessier Pass Hebert (50.), 3:6 Hebert, Alleingang (52.), 4.6 Holzner, Pass Weber (53.), 4:7 Tuma Zuspiel Retzer (56.).

Strafminuten: SVB (14), Ingolstadt (15)

Schiedsrichter: Böhm, Frey (beide Landshut).

Zuschauer: 2400



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH