Langlois – Trumpf– As im Bayreuther Angriff

 

Viermaliger Torschütze beim 10:4- Erfolg der SVB- Crew gegen den Oberliga- Tabellennachbarn EV Ravensburg

 

Wiederversöhnung mit ihrer Mannschaft feierten am gestrigen Sonntag rund 3000 Eishockey- Anhänger im Städtischen Kunsteisstadion, als Oberliga- Neuling SV Bayreuth in einem phasenweise begeisternden Treffen dem bisherigen Tabellennachbarn EV Ravensburg deutlich mit 10:4 (4:1, 4:3, 2:0) Toren das Nachsehen gab. Die beiden letzten Heimniederlagen sind damit vergessen. Im Rampenlicht stand ein Aktuer, dessen Torjägerqualitäten in den letzten Wochen nicht mehr zur Geltung gekommen waren: Don Langlois. Der viermalige Torschütze präsentierte sich in ausgezeichneter Spiel- und Schussfreude.

 

Dieser deutliche und auch in dieser Höhe durchaus verdiente Sieg beeindruckte um so mehr, wenn man die ungünstigen Vorzeichen in Betracht zieht. So wurden die drei Schmid- Brüder von einem familiären Trauerfall (der Vater verstarb) erschüttert. Zudem mussten die Stürmer Holzner und Feselmayer krankheitshalber bzw. verletzungsbedingt absagen. Diese Schocks steckten die einheimische Mannschaft in bewundernswerter Art und Weise weg. Selbst als die Torausbeute in der ersten Viertelstunde zu wünschen übrig ließ, verloren die Schützlinge von Trainer G. Schmid nicht ihr Konzept.

Langlois, Weber, Pleger, L. Schmid, W. Schmid und Endres ließen zunächst beste Chancen ungeutzt verstreichen, ehe Langlois beim Stande von 1:1 innerhalb von 34 Sekunden die Weichen auf Sieg stellte. Der Chronist notierte die 19. Minute als der Kanadier einen Alleingang elegant zum 2:1 vollstreckte. Dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag. Nach überlegtem Zuspiel durch Pleger und Weber markierte Langlois das 3:1. den kurzzeitigen „Black-out“ im Gästeteam nutzte der torgefährliche Stürmer wenige Sekunden später. Als er ein Abspiel abpasste und dem reaktionsschnellen Gästetorhüter Schaugig erneut keine Abwehrchance ließ. Die begeisterte SVB- Fans auf der Tribüne riss es in dieser Phase von den Sitzen.

Ob ihrer Spielweise muss man allen sieben SVB- Stürmern ein Gesamtlob zollen. Die Einheimischen waren stets bemüht mit konstruktiven Sturmspiel die Gästedeckung um Powerplay bei zahlenmäßiger Überlegenheit blieben unübersehbar. Als Beweis kann hierfür W. Schmids herrlicher Schlagschuss zum 6:2 angeführt werden, als man die drei Ravensburger Feldspieler (zwei saßen auf der Strafbank) so lange leer laufen ließ, bis die Lücke zum Torschuss geschaffen war.

Dennoch warten mit Sturm gewisse Unterschiede festzustellen. Während sich die erste Formation mit Langlois, Weber und Pleger wiederholt spektakulär in Szene setzte, erzielte die zweite Reihe mit den Brüdern W. und L. Schmid sowie Endres die schöneren Treffer. Das „Tor des Tages“ schoß freilich „Kapitän“ (Campbell höchstpersönlich, als er in der 36. Minute einen Pass von Endres voll in die Maschen kanonierte (Prädikat sehenswert“!).

Die einzigen Wermutstropfen im Freudenkelch: W. Schmid kassierte nach einer unsportlichen Geste seine dritte 10-Minuten- Disziplinarstrafe (er muss ein Spiel pausieren) sowie vier höchst überflüssige Gegentore die in erster Linie aus Einzelfehlern resultierten. Vor allem Fritsch und Sobeck werden erkannt haben, dass bei ihnen der Lernprozess noch lange nicht abgeschlossen ist. Zu den Stützen in der Deckung sind wiederum Pilzer und Campbell zu zahlen, wobei speziell Letzterer mit einer ausgezeichneten Leistung seine Galavorstellung der letzten Serie in Erinnerung brachte. Torhüter Knetsch vermochte sich nach anfänglichen Unsicherheiten zu steigern.

Die Ravensburger kamen den Oberfranken insofern entgegen, als sie sich Strafzeiten in Hülle und Fülle einhandeln. TW Schaugg, Verteidiger Alber sowie die Stürmer Perrcault und Volek verdienten sich die besten Noten.

Tore: 1:0 L. Schmid, Nachschuss (12.), 1:1 Perreault Pass Tintle (18.), 2:1 Langlois Alleingang (19.), 3:1 Langlois, Pass Pieger/ Weber (19.), 4:1 Langlois, Alleingang (19.), 5:1 Langlois, Pass Weber (24.), 5:2 K. Valenti (26.), 6:2 W. Schmid, Weitschuss (28.), 7:2 Weber Zuspiel Langlois (30.), 8:2 Campbell, Pass Endres (36.), 8:3 Perreult, Vorlage Volek (37.), 8:4 Volek (38.), 9:4 L. Schmid, Pass Endres, W. Schmid (55.), 10:4 Bumann, Vorlage Endres (60.).

Schiedsrichter: Eder (Inzell), Köhler (Erkersreuth)

Zuschauer: 3000

Strafminuten: SV Bayreuth (6 und 10 Min.) Disziplinarstrafe für W. Schmid). EV Ravensburg (27 und 10 Min. Disziplinarstrafe für Volek)

 

Stimmen der Trainer:

Gerhard Schmid (SV Bayreuth): „Meine Mannschaft hat offensichtlich wieder zu ihrem Selbstvertrauen zurückgefunden. Nach vermeidbaren Gegentoren drohte das Spiel kurzzeitig umzukippen, doch dann haben wir wieder klar das Geschehen kontrolliert.“

Hans Schulz (EV Ravensburg): „Mit Langlois und Weber hat der SV Bayreuth zwei Spielerpersönlichkeiten in seinen Reihen, wie man sie in der Oberliga nur selten findet. Ausschlaggebend für unsere hohe Niederlage war die Disziplinlosigkeit einiger Ravensburger Spieler.“



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH