Nicht sonderlich viel Ruhm geerntet

 

Glanzloser 6:2- Erfolg des SVB- Eishockeyteams über Schlusslicht EHC Stuttgart

 

Drei Tage nach der imponierenden Vorstellung gegen EA Schongau vermochte sich das Oberliga- Eishockeyteam des SV Bayreuth am Mittwochabend nicht sonderlich mit Ruhm zu bekleckern. Vor 2800 zahlenden Zuschauern gelangen dem Neuling gegen Schlusslicht EHC Stuttgart nur ein glanzloser 6:2 (1:1, 2:1, 3:0)- Sieg. Obwohl Trainer G. Schmid seine Schützlinge vor dem wiedererstarkten Tabellenletzten eindringlich gewarnt hatte, musste er letztlich zugeben, dass der Gast zuumindest unterschwellig unterschätzt wurde. Wollen die Bayreuther am Sonntag (Beginn 18 Uhr) gegen die in der Spitzengruppe platzierten Pfrontener ihren vierten Heimsieg in Folge verbuchen, müssen sie sich erheblich steigern.

 

Ihr Vorhaben den Tabellenletzten Stuttgart mit spielerischen Mitteln vom Eis zu fegen, konnten die Bayreuther nicht verwirklichen. „Solche Spiele haben wir in der Vergangenheit schon verloren. Jetzt sind wie zumindest soweit, dass wir uns an schwachen Tagen nicht mehr so einfach die Punkte des Trainers in der Mannschaftsbesprechung nicht ganz so oberflächlich ausfällt. Zu bemängeln gab es vor allem, mit welcher Konzeptlosigkeit die Einheimischen versuchten, die routinierte Abwehr aus den Angeln zu hieven. Bei zahlenmäßiger Überlegenheit wurden lediglich dreimal Ansätze eines überlegt vorgetragenen Powerplays erkennbar. Der Erfolg ließ nicht auf sich warten. Immerhin wurden zwei Treffer erzielt.

Auf der Tagesordnung standen allerdings Einzelaktionen. Das Mannschaftsspiel wurde über weite Strecken vernachlässigt. Als Zuschauer im zweiten Drittel lautstark eine Auswechselung W. Schmid forderten, taten sie dem Ex- selber allerdings unrecht. Die zweite Angriffsreihe setzte nämlich recht ordentlich in Szene, was vor allem auf das spielerische und kämpferische Engagement L. Schmids zurückzuführen ist.

Lautstarke Kritik wäre indessen an der ersten Sturmreihe angebracht gewesen. Während sich Torjäger Langlois zumindest kämpferisch redlich mühte, vermochten weder Weber noch Holzner die Erwartungen zu erfüllen. Speziell bei Holzner, an dem das Spiel in einigen Phasen regelrecht vorbeilief, lag die Chancenausbeute in keiner vernünftigen Relation zum Aufwand. Der ehemalige Inzeller hatte mindestens vier hundertprozentige Gelegenheit. Unkonzentriert im Abschuss waren auch Langlois, dem mehrmals das nötige Quentchen Glück fehlte, sowie Weber. Warum brachte Letzterer seine Bundesligaerfahrung nicht besser zur Geltung? Webers Spritzigkeit, mit der er bei seinem Debüt im SVB- Trikot überzeugt hatte. Ließ jedenfalls zu wünschen übrig.

Unverständlich blieb für die meisten Zuschauer die Maßnahme von SVB- Trainer G. Schmid, den zuletzt formverbesserten Stürmer Regensburger zwei Drittel lang auf der Spielerbank „schamchten“ zu lassen. Wie in Erfahrung zu bringen war, hatte dies disziplinarische Gründe.

Verlass war auf die SVB- Abwehr, die ihre Deckungsarbeit souverän verrichtete. Dennoch hatten der energische Campbell und Pilzer im Abspiel häufig Probleme. Wiederum zu gefallen wusste Neuzugang Reinholtz, der seine solide Leistung mit dem Ausgleichstreffer zum 1:1 in der 16. Minute krönte.

In dieser Verfassung sollten die Stuttgarter das Klassenziel noch erreichen können. Sie spielten keineswegs wie ein möglicher Abstiegskandidat. Die Note eins verdiente sich zweifellos Torhüter Daiber, der mit einer Serie von Glanztaten eine höhere Niederlage seines Teams verhinderte. Der reaktivierte Kronberger und Lenz in der Abwehr sowie die ehemaligen polnischen Nationalstürmer Baltjewicz und Tokart überzeugten ebenfalls.

 

Durch Pfiffe nervös“

Trainer Gerhard Schmid (SVB): „ Das Spiel war gar nicht so schlecht, wie es die Zuschauer gesehen haben wollten. Über eins sollte man sich nämlich im klaren sein. Nicht jedes Treffen kann so gutklassig, wie das gegen Schongau sein. Meine Mannschaft hat sich durch Pfiffe nervös machen lassen. Zudem finde ich es unverständlich, dass W. Schmid ausgepfiffen wurde. Er hat nicht schlecht gespielt. Auf alle Fälle waren schwächere Akteure in unseren Reihen.

 

Trainer Bogdan Kondziolka (EHC Stuttgart): „Meine Mannschaft hat nicht schlecht gespielt. Dies lasst uns wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Die Schiedsrichter, die jeden Check meiner Spieler ahndeten, boten eine katastrophale Leistung.“

 

Tore: 0:1 Batkjewicz, Pass Tokart (2.), 1:1 Reinholtz, Zuspiel Endres (16.), 2:1 L. Schmid, Nachschuss (25.), 3:1 W. Schmid, Zuspiel L. Schmid (30.), 3:2 Batkjewicz, Pass Tokart (36.), 4:2 Holzner, Vorlage Langlois (47.), 5:2 Langlois, Pass Campbell (50.), 6:2 Bumann, Nachschuss (60.).

Strafminuten: SVB (10.), Stuttgart (14 und 10 Minuten) Disziplinarstrafe für Kronberger).

Schiedsrichter: Bock (Gaißach), Lechermann (Weßling)

Zuschauer: 2800



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH