Im Eisstadion gingen sämtliche Lichter aus

 

Schlussdrittel erst nach 40 Minuten fortgesetzt / SVB- Team gelang müheloser 6:1 – Erfolg über Bad Reichenhaller EG

 

Ein Novum im Bayreuther Kunsteisstadion: Im Punktspiel der Eishockey- Oberliga Süd zwischen SV Bayreuth und der Bad Reichenhaller EG gingen nach dem zweiten Drittel plötzlich die Lichter aus. Der Grund: Ein Stromkabel war offensichtlich durchgeschmort. Dass es dennoch nicht zum Spielabbruch kam, verdanken die 2300 Zuschauer in erster Linie dem handwerklichen Geschick der Eismeister, die nach mehreren Versuchen wieder Licht in die dunkle Arena brachten, in der die einheimischen Cracks in den letzten 20 Minuten mit einem mühelosen 6:1 (2:1, 3:0, 1:0) weitere Heimzähler sammelten. Am kommenden Wochenende gastiert der SVB in Bad Wörishofen (Samstag) und in Peißberg (Sonntag).

 

Der Sieg der Wagnerstädter hätte eigentlich deutlich höher ausfallen müssen. Nahezu in allen Spielabschnitten wurden eine Vielzahl sogenannter hundertprozentiger Möglichkeiten überhastet und unkonzentriert vergeben. Alleine die Stürmer Holzner und L. Schmid, die beide ohne Torausbeute geblieben waren, hätten zusammen gut ein Dutzend Treffer markieren können.

Auch spielerisch bekleckerten sich die Gastgeber keinesfalls mit Ruhm obgleich sie über weite Strecken nicht echt gefordert wurden. Nach vielversprechendem Auftakt operierten sie sehr zerfahren. Sie ließen mitunter die gewünschte mannschaftliche Homogenität vermissen und verzettelten sich häufig in Einzelaktionen. Speziell der bundesligaerfahrene Weber wagte zu viel auf eigene Faust und ließ nicht selten die notwendige Übersicht vermissen.

Schwachpunkt in der ersten Stürmerreihe war zweifellos Holzner, der seiner Vorrundenform offensichtlich hinterherläuft. An dem Ex- Inzeller, der im Abschluss glücklos blieb, lief das Spiel in manchen Phasen regelrecht vorbei.

In der zweiten Sturmbesetzung, die vor allem im Schlussdrittel häufig gewechselt wurde, schob sich kein Akteur ins Rampenlicht. Lediglich L. Schmid zeigte mitunter Kostproben seines Könnens, als er mit feinen Einzelaktionen durch die Bad Reichenhaller Abwehr durchzutanken versuchte. Endres, Regensburger W. Schmid und Pleger produzierten häufig nur Stückwerk.

Viele Impulse gingen von der einheimischen Deckung aus, wobei vor allem Neuzugang Reinholtz Umsicht verriet. Pilzer, Reinholtz und Bumann vermochten sich obendrein mit kernigen Weitschüssen in die Torschützenliste einzutragen. Allerdings ließ Letzterer Mängel im technischen Bereich erkennen. Campbell präsentierte sich wie Torwart Knetsch in Normalform.

Mit 1:6 waren die Gäste zweifellos gut bedient. Die Taktik der Bad Reichenhaller, die nur mit einem Rumpfteam die Fahrt nach Oberfranken angetreten hatten, war offensichtlich darauf abgestimmt, möglichst nicht mit fliegenden Fahnen unterzugehen. Mit Ausnahme des Kanadiers Grenier, der sich wiederholt gut in Szene zu setzen verstand, erreichte die Gästecrew nur unteres Oberliga- Niveau.

Zur Ehrenreitung der Mannschaft aus dem Berchtesgadener Land, muss allerdings ergänzt werden, dass sich „Kapitän“ Surauer nach einem Zusammenprall im ersten Drittel, eine Gehirnerschütterung zuzog und ausfiel. Ferner musste Magura zum Zahnarzt gebracht werden. Die Folgen einer harten Körperattacke: Der Gästespieler brach sich zwei Schneidezähne ab. Zudem zog er sich am Mund eine klaffende Platzwunde zu.

Tore: 1:0 Pilzer, Weitschuss (8.), 1:1 Gremer (12.), 2:1 Langlois, Nachschuss (16.); 3:1 Bumann, Weitschuss (30.), 4:1 Reinholtz Weitschuss (31.), 5:1 Weber, Weitschuss (39.), 6:1 Langlois. Alleingang (35.)

Strafminuten: SVB (18.), Bad Reichenhall (8.)

Schiedsrichter: Ondertoller (Geretsried), Bock (Gaißach)

 

Trotz der rund 30 Minuten dauernden Dunkelheit im Eisstadion wurde es den 2300 Zuschauern vor dem Schlussdrittel nicht langweilig. Mit einer kurzerhand improvisierten „Live Show“ bei Notbeleuchtung sorgten die SVB- Cracks für überschäumende Hochstimmung auf den Rängen. Mit Eisakrobat (natürlich mit Kunstfehlern) sowie Purzelbäumen und anderen lustigen Einlagen ernteten sie mitunter mehr Applaus als während des Oberliga- Treffens. Mit „Zugabe“- Sprechchören wurde die einheimische Mannschaft in die Kabine begleitet, ehe sie in den letzten 20 Minuten noch einmal mit Ernst zur Sache gehen musste.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH