Im Abschluss ohne Vollstreckerglück

 

SVB- Eishockeyteam musste gegen Titelanwärter Peiting 4:5- Niederlage quittieren

 

Bayreuths Sportpublikum ist gar nicht so schlecht wie sein Ruf. Als die Eishockey- Crew des SV Bayreuth gestern das Eis verließ, wurde sie mit Sonderbeifall in die Kabinen verabschiedet. Und das wohlgemerkt, obwohl sie im Oberliga- Shclagerspiel gegen den Tabellenführer und Titelanwärter EC Peiting mit 4:5 (1:0, 1:2, 2:3) eine weitere Heimspielniederlage quittieren musste. Die Begründung liegt allerdings auf der Hand. Die 3000 Zuschauer bekamne eine temperamentvolle, spannende und auch niveaureiche Partie serviert, die durchaus das Prädikat „Leckerbissen“ verdiente. Fehlendes Vollstreckerglück verhinderte letztlich einen Punktgewinn der Oberfranken. Zum Saisonausklang ist der SVB am Freitag Gast beim EHC Klostersee, während er zum Finale den TEV Miesbach (am Sonntag) erwartet.

 

Ohne die Leistung der Peitinger, die zurecht an der Tabellenspitze rangieren schmalern zu wollen, musste ihr Erfolg letztlich doch als recht glücklich bezeichnet werden. Sie profitierten hauptsächlich davon, dass die Einheimischen bei nahezu einem halben Dutzend sogenannter hundertprozentiger Möglichkeiten geblieben waren.

Zudem stand beim Gast mit Haringer ein Akteur zwischen den Pfosten, der als ein Könner seines Faches bezeichnet werden muss. Mit sehenswerten Paraden verhinderte er bereits im ersten Drittel einen klaren Rückstand seiner Truppe als er Scharfschüsse von Holzner, Weber, Reinholtz, Pilzer ebenso sicher parierte, wie Geschosse aus kürzester Distanz (Holzner, L. Schmid, Weber).

Im Gegensatz zu früheren Spielen ließen sich die Gastgeber jedoch nicht aus dem Rhythmus bringen. Sie versuchten ständig Druck zu machen und brachten die Abwehr des Tabellenführers mehrmals in Verlegenheit.

Insider der Bayreuther Eishockey- Szene dürfte aufgefallen sein, dass die Spielweise des SVB inzwischen die Handschrift der kanadischen Spielertrainer campbell und Langlois trägt. Vor allem das Kombinationsspiel wurde mit mehr Köpfchen vorbereitet. Bei zahlenmäßiger Überlegenheit waren Ansätze zu konstruktivem Powerplay durchaus zu erkennen. Die Konsequenz: Beim 1:0 durch den sowohl kämpferisch als auch spielerisch überzeugenden Langlois und Holzners Ausgleichstreffer zum 4:4 in der 51. Minute vermochten die Franken aus ihrer Überzahl Kapital zu schlagen.

Ein weiterer Aspekt: Der Aufsteiger verstand sich nicht nur kämpferisch gut in Szene zu setzen, sondern wirkte in der Deckungsarbeit wesentlich solider als noch vor wenigen Wochen. Dafür verdienten sich – so paradox es vielleicht klingen mag – die einheimischen Stürmer ein Gesamtlob. Sie vermochten sich viel besser und wirkungsvoller als früher die Räume abzudecken.

Zu den Aktivposten in der SVB- Crew zählte einmal mehr der Kanadier Don Langlois. Er „verlor“ zwar das Torjägerduell mit seinem kanadischen Landsmann Heisler statistisch gesehen mit 2:3 doch ist es mit Sicherheit verfehlt, hier von einem Verlierer sprechen zu wollen. Langlois rackerte vorbildlich und trug sich nach feinen Einzelaktion zweimal in die Torschützenliste ein. Ebenfalls „zweimal“ traf Holzner ins Schwarze, während Weber im ersten Sturm leer ausging. Der frühere Freiburger Bundesligastürmer hatte vier oder fünf glasklare Chancen auf seinem Stock, doch im Abschluss ließ er die von ihm eigentlich erhoffte Routine vermissen. Ebenfalls ohne Torausbeute blieb die zweite Sturmreihe, in der L. Schmid derzeit nicht ganz so gut zurecht kam. Ob sich hier das Fehlen von Endres (erkrankt) nachteilig bemerkbar machte?

Seine beste Heimvorstellung lieferte SVB- Torhüter Knetsch. Er kassierte zwar zwei unglückliche Treffer, doch strahlte er bei Weitschüssen sowie bei prickelnden Torraumaktionen ungewohnte Souveränität aus. Obwohl die SVB- Deckung kompakter als früher wirkte, unterliefen einigen Leistungsträgern, Schnitzer, die letztlich nicht ohne Folgen blieben. So ist sowohl dem Duo Bumann/ Campbell als auch Reinholtz ein Gegentor anzulasten.

Peitings Schlüssel zum Erfolg lag in der Ausgeglichenheit aller drei Abwehr- und Sturmreihen. Zu den herausragenden Spielern zählte neben Torwart Märinger der unberechenbare und stets brandgefährliche Heisler, sowie der routinierte Warner als Abwehrorganisator.

Tore: 1:0 Langlois, Nachschuss (16.), 1:1 Heisler (22.), 2:1 Langlois, Alleingang (24.), 2:2 Heisler, Pass Warner (30.), 2:3 Warner, Vorlage Heisler (44.), 3:3 Holzner, Zuspiel Langlois (45.), 3.4 Magg, Alleingang (46.), 4:4 Holzner Nachschuss (51.), 4:5 Heisler (54.).

Strafminuten: SVB (4), Peiting (12)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH