Eishockey- Feuerwerk zum Oberliga- Finale

 

SV Bayreuth fegte TEV Miesbach mit 11:2 Toren vom Eis

 

Motivierten etwa die Küsschen von Faschingsprinzessin Petra 1.? Zum Punktspielfinale der Oberliga Süd brannte der Aufsteiger SV Bayreuth vor rund 2500 Zuschauern im Eisstadion ein wahres Eishockey- Feuerwerk ab. Die Gastgeber präsentierten sich in vorzüglicher Spiel- und Schusslaune und fegten TEV Miesbach mit 11:2 (4:0, 5.1, 2:1) Toren förmlich vom Eis. Während der Gast damit seine Ambitionen für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga begraben musste, warb der SVB für das Oberfrankenderby am 28. Februar gegen den Zweitbundesligisten VER Selb.

 

Die Cracks des SV Bayreuth hielten ihr Versprechen. Sie ließen die Serie mit einer ordentlichen Gesamtleistung ausklingen. Viele der zahlreichen Fans dürften allerdings bedauert haben, dass die Punkterunde zu Ende ist, nachdem die Einheimischen derzeit doch wie kaum zuvor in Schuss sind.

Zu loben ist auf alle Fälle die Einstellung von Langlois, Campbell und Co. Obwohl das letzte Spiel nur noch Plazierungscharakter hatte schonten sie sich nicht, gaben nochmals ihr Bestes und ernteten mit dem höchsten Saisonsieg den verdienten Lohn für eine tadellose Darbietung. Dass das Niveau nicht ganz so hoch anzusiedeln ist wie beim Schlagertreffen vor einer Woche gegen Spitzenreiter EC Peiting, lag wohl in erster Linie an der schwachen Verfassung der Miesbacher. Doch zur Ehrenrettung der Gäste deren stolze Serie von 16:0 Punkten aus den letzten acht Treffern mit einem Paukenschlag beendet wurde. Sie hatten fünf Spiele innerhalb von zehn Tagen zu bestreiten. Die Spuren dieses strapaziösen Endspurts waren nicht zu übersehen.

Im SVB- Team rückten gestern drei Spieler ins Rampenlicht, die in den letzten Monaten nicht immer geglänzt hatten. Die Sturmreihe mit Regensburger, Feselmayer und Pleger erfüllte die taktische Aufgabe Miesbachs Paradesturmreihe mit Torjäger Morton auszuschalten mit Bravour. Obendrein überzeugte dieses Trio auch in der Offensive. Tore von Regensburger (3) sowie von Feselmayer belegten dies nachhaltig. Durchaus möglich , dass sich der eine oder andere im Hinblick auf die Verhandlungen für die Saison 1982/83 zu empfehlen verstand.

Waren bei zahlenmäßiger Überlegenheit spielerische Abstriche zu machen, präsentierten sich die Einheimischen als homogene Truppe. Neben durchdachten Kombinationen, feinen Einzeleinlagen, zahlten kernige Schüsse aus allen Positionen zu den „Leckerbissen“. Schade das die zweite Sturmreihe mit den Brüdern W. und L. Schmid sowie Endres im Abschluss meist ohne Durchschlagskraft blieb. Mit etwas mehr Konzentration hätte der Triumph leicht noch höher ausfallen können.

Am eindrucksvollsten setzten sich die Nordbayern zu Beginn des zweiten Drittels in Szene. Nachdem die Zeitstrafen gegen Langlois, Campbell, Holzner und Pilzer ohne Folgen geblieben waren, „rollte“ Spielertrainer Langlois bei Unterzahl die Gästeabwehr auf und vollstreckte zum 5:0.

Der kanadische Torjäger nutzte die Gelegenheit sein Trefferkonto aufzustocken. Zum Abschluss steht er mit 48 Einschüssen in der Torschützenliste. Der vor der Saison verpflichtete Stürmer übertraf somit die Erwartungen.

Vom allgemeinen Leistungshoch profitierte auch die SVB- Deckung. Sie strahlte über weite Strecken ungewohnte Souveränität aus. Auch Torhüter Koch überzeugte sowohl mit Reflexen als auch mit gutem Stellungsspiel.

Ein derartiges Debakel hatten sich die Miesbacher vermutlich nicht träumen lassen. Die Gäste die nach Bayreuth gekommen waren um sich für einen der drei Aufsteigerränge zu qualifizieren, erlebten bereits im ersten Drittel eine Ernüchterung. Nachdem sie zunächst völlig konsterniert Bayreuths Angriffswellen über sich ergehen lassen mussten, erholten sie sich im zweiten Abschnitt etwas von diesem Schock. Nach ruppigen Einlagen vermochten die sich in den Schlussminuten etwas zu steigern. Torjäger Morton traf zwar zweimal ins Schwarze, ansonsten war er aber meist abgemeldet.

 

Tore: 1:0 Langlois (7.), 2:0 Reinholtz, Weitschuss (13.), 4:0 Feselmayer, Vorlage Pleger (19.), 5:0 Langlois, Pass Reinholtz (23.), 6:0 Langlois, Alleingang (28.), 7:0 Regensburger (32.), 8:0 Holzner, Nachschuss (33.), 9:0 Weber, Weitschuss (37.), 9:1 Morton (40.), 10:1 Regensburger, Nachschuss (42.), 11:1 L. Schmid, Vorlage W. Schmid (44.), 11:2 Morton (52.)

Strafminuten: SVB (17), TEV Miesbach (18 + 10 Min. Disziplinarstrafe Sterba)

Schiedsrichter: Hörl, Kraus (SC Rißeersee).

Zuschauer: 2500

 

Stimmen der Trainer: „Gesamtlob“

 

Don Langlois (SVB Spielertrainer): „Als Trumpf erwies sich unsere Sturmreihe mit Regensburger, Feselmayer, Pleger. Alle drei überzeugten sowohl bei ihrer defensiven als auch offensiven Aufgabe. Der bereits am Freitag in Klostersee angedeutete Leistungsanstieg des Trios wurde bestätigt.“

John Campbell: (SVB- Spielertrainer)

Unserer Mannschaft gebührt ein Gesamtlob, zumal es für uns eigentlich um nichts mehr gegangen ist. Es erwies sich vielleicht als ein Vorteil dass wir im Gegensatz zu unserem Gegner ohne Nervenbelastung aufspielen konnten.“

 

Max Hirsch (TEV Miesbach):

Wir sehen das Debakel mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Einerseits wollten wir mit Sicherheit nicht so unter die Räder kommen, andererseits sind wir nach anstrengenden Wochen froh, dass die Saison endlich vorbei ist. Mit einem Rang im Vorderfeld haben wir die Erwartungen erfüllen können.“



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH