Tigers unterliegen in der Verlängerung nach Wechselbad der Gefühle

Bayreuth Tigers – ESV Kaufbeuren  5:6 n.V. (1-2;1-2;2-2)

Zuschauer: 1381 Strafen: BT: 12 Min K: 12 Min Powerplay: BT: 1/6 K: 1/6

Bayreuth: Jaeger, Herden – Mayr, Martens (2), Veisert, M.Heider (2), Linden, Nijenhuis (2) – Rajala, Busch, Kolozvary, Järveläinen, Bartosch, Richter, Bosas (2), Kronawitter, Heatley (2), Kirchhofer, Kunz, Gläser

Kaufbeuren: Vajs, Henne – Osterloh, Ketterer, Haase, Messing (2), Pfaffengut, Eichinger (2), Schütz (2) – Saarinen (2), dePaly, Wolter, Schmidle, Lewis (2), Thomas, Lillich, Laaksonen, Thiel, Gracel, Oppolzer, Blomquist +2

Tore: 0:1 (12) 4-4 Schmidle (Laaksonen); 0:2 (17) Lillich (Lewis); 1:2 (19) 5-4 Kolozvary (Martens, Heider); 1:3 (30) Saarinen (Schmidle, Thomas); 2:3 (33) 4-4 Richter (Heatley, Veisert); 3:3 (35) Järveläinen (Busch, Heatley); 4:3 (45) Rajala (Järveläinen, Veisert); 5:3 (51) Gläser; 5:4 (54) 4-4 Ketterer (Blomquist, Gracel); 5:5 (55) 5-4 Laaksonen (Ketterer, Eichinger); 5:6 (63) 3-3 Gracel (Schmidle, Eichinger)

Nach einer kurzen Abtastphase übernahmen die Gäste relativ klar die Initiative in einem Drittel auf überschaubarem DEL2-Niveau. Spielerische Schmankerl gab es eher wenige und wenn, dann fast ausschließlich von den Gästen, da die Oberfranken lange kaum Zugriff auf die Partie bekamen. Verdienter Lohn für den ESV, der früh störte und somit die Gastgeber gar nicht ins Spiel kommen ließ, war die Führung durch Schmidle. Nach einem Scheibenverlust der Tigers im eigenen Drittel zog er von außen nach einem Pass sofort ab und überraschte Jaeger oben im „kurzen Eck“. Schon zuvor hatten die Allgäuer einige gute Möglichkeiten liegen gelassen doch das holten sie nun etwas nach. Lillich bestrafte mit einem strammen Schuss aus dem Halbfeld die Unordnung und totale Passivität der Wagnerstädter in dieser Szene mit dem
0-2. Wiederbelegungsmaßnahmen leiteten die Tigers dann kurz vor der ersten Pause ein, indem man im Powerplay für Verkehr vor Vasjs sorgte, der dann einen Fernschuss prompt nicht festhalten konnte. Kolozvary netzte den Nachschuss ein und hielt seine Farben damit im Spiel.

Zum Mittelabschnitt hatten aber zunächst wieder die Gäste ein paar Aktionen und Saarinen bestrafte erneut viel zu zaghaftes Defensivverhalten mit seinem eigenen Nachschuss zum 1-3. Der Aufbau klappte bei den Bayreuthern kaum und die Wertachstädter hatten scheinbar alles im Griff. Mit einer Kopie des 0-1 sorgte dann aber Richter für den Anschlusstreffer, der die Vorzeichen änderte. Ähnlich wie beim ersten Tor des Abends traf er trocken, nach einem Scheibenklau und Querpass von Heatley gegen den ebenfalls überraschten Goalie der Joker per Direktschuss oben ins kurze Eck. Diesen Aufwind spürte man sofort mit einem Nachsetzen der Gelb-Schwarzen, was Järveläinen in Baseballmanier aus der Luft nach einem Abpraller auch zum Ausgleich nutzte. Die Referees bemühten zwar den Videobeweis um einen hohen Stock zu überprüfen, entschieden dann aber korrekterweise auf Tor.

Im Schlussdrittel ging dann sozusagen alles wieder von Vorne los, aber die nun lebendiger und aktiver wirkenden Hausherren nahmen ihr Herz in beide Hände. Eine schöne, flüssige Stafette mit Järveläinen nutzte Rajala mit einem platzierten Schuss zur Führung und mit einem „move“ gegen Verteidiger und Torwart der auch in die NHL gepasst hätte, krönte Gläser einen 2 gegen 1 Konter mit Richter selbst zum umjubelten 5-3 gegen den in dieser tollen Aktion etwas verdutzten und chancenlosen Vajs. Leider verfiel man dann wieder in altbekannte Fehler zurück. Viel zu viel Platz, gepaart mit einem nicht geführten Zweikampf von Rajala nutzte dann Ketterer schließlich zum Anschlusstreffer bei 4 gegen 4 und just als Kaufbeuren in Überzahl war, verwertete Laaksonen seinen eigenen Nachschuss ohne richtige Gegenwehr der Oberfranken zum Ausgleich. Zwischen beiden Treffern lagen nur 42 Sekunden und erneut hatte man sich am Ende doch die eine Strafzeit unnötig und zuviel erlaubt.

So musste die Overtime über den Zusatzpunkt entscheiden. Heider visierte dabei nur den Pfosten an und etwas später traf Gracel mit einer starken Einzelaktion zum nicht völlig unverdienten Sieg für die Gäste.

„Nach dem von uns sehr schwachen ersten Drittel muss man froh sein noch einen Punkt geholt zu haben, aber nach einer 5-3 Führung bis 7 Minuten vor Ende ärgert man sich natürlich auch, dass es nicht mehr wurde“, fasste Tigerdompteur Kujala nach dem Spiel das Auf und Ab dieses Abends treffend zusammen.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH