Bayreuths Schlussspurt kommt zu spät

Bayreuth Tigers – Heilbronner Falken          4:5       (1-1;1-3;2-1)

Zuschauer:1481 Strafen: BT: 10 Min H: 6 Min Powerplay: BT: 0/2  H: 1/4

Bayreuth: Jaeger, Herden – Mayr, Martens (2), Veisert, Heider, Linden, Poldruhak, Potac – Rajala, Busch, Kolozvary, Järveläinen, Bartosch, Gams (4), Richter, Bosas (2), Kronawitter, Kirchhofer (2), Kunz, Gläser

Heilbronn: Pantkowski, Frensel – Maschmeyer (2), Möller, Mapes, Götz, Pavlu, Eberhardt (2, Kurz – Helms, Damon, Ranta, Kirsch, Lavallee (2),  Bettahar, Soramies, Bernhardt, Ross, Gibson, Gelke

Tore: 1:0 (5) Rajala (Gams, Bosas); 1:1 (9)  Gibson (Ranta, Damon); 1:2 (22) 5-4 Ross (Helms, Kirsch); 1:3 (24) Gelke (Bettahar, Möller); 2:3 (36) Järveläinen (Kolozvary, Mayr); 2:4 (37) Soramies (Bettahar, Gelke); 2:5 (52) Lavallee (Ranta, Damon); 3:5 (53) Bartosch (Kolozvary, Linden); 4:5 (56) Gläser (Heider, Linden)

Diese für beide Teams wichtige Partie begann gleich mit gutem Tempo. Tiefes Forechecking prägte beide Mannschaften mit dem Resultat, dass der Spielaufbau auf der Gegenseite etwas hakte und es auch immer mal wieder Scheibengewinne  weit in der gegnerischen Zone gab. Bayreuth zeigte in dieser Phase gutes Körperspiel und erarbeitete sich somit leichte Vorteile. Das nötige Quäntchen Glück hatte dann Rajala beim Führungstreffer für die Oberfranken, als sein gedachter Rückhandpass auf Bosas, von einem Heilbronner abgefälscht, gegen den chancenlosen Pantkowski ins Tor ging. Die Falken ließen sich davon aber nicht beirren und spielten einfach weiter. Lohn dafür war der Ausgleich, als Spieler des Tages Gibson mit viel „speed“ in der neutralen Zone angespielt, die Scheibe perfekt an- und mitnahm, um dann trocken einzunetzen. Pech hatte Sekunden vor der ersten Pause der klasse angespielte Busch mit seinem Pfostenschuss. Statt der erneuten Tigersführung blieb es somit beim 1-1.

Im zweiten Abschnitt legten die Kätchenstädter eine „Schippe drauf“ und zogen unter anderem auch das Tempo nochmal deutlich an. Folgerichtig bekamen sie mehr Spielanteile, da die Einheimischen dem nicht immer folgen konnten und es spielte sich jetzt deutlich mehr in der Bayreuther Zone ab. Eine unnötige Strafzeit für die Hausherren nutzte Heilbronn zu einer schnellen, feinen Kombination, bei der am Ende Ross aus Mittelstürmer-Position traf. 2 Minuten später verloren die Tigers auch noch Gelke auf der linken Außenbahn komplett aus dem Blick und der traf nach einem Querpass Problemlos ins offene Tor zum 1-3. Bayreuth suchte dann nach einem Schlüssel zurück ins Spiel zu finden, tat sich damit aber lange sehr schwer. Konstruktive Ideen waren Mangelware und so musste ein vom Slowaken Kolozvary „fast eingefordertes“ tiefes Zuspiel mit Nachsetzen herhalten. Den Scheibengewinn nutzte er zu einem Zuspiel in den Slot auf Järveläinen, der mit einer feinen Bewegung auf die Rückhand, Pantkowski zum Anschlusstreffer keine Chance ließ. Doch die Euphoriebremse folgte schon keine zwei Zählerumdrehungen später. Nachwuchsspieler Soramies zog verdeckt aus dem Halbfeld einfach mal ab und stellte auf 2-4 für die Falken.

Mit diesem „Rucksack“ im Gepäck gingen die Gelb-Schwarzen ins Schlussdrittel. So richtig gelang es den Bayreuthern aber auch jetzt nicht in der Offensive Akzente zu setzten. Vielmehr kontrollierten die Gäste das Spielgeschehen und erhöhten durch Lavallee sogar noch auf 2-5. Damit schien dann eine Vorentscheidung gefallen zu sein und vielleicht nahmen „die Greifvögel“ es nun auch etwas zu leicht. Als dann wieder Kolozvary keine 2 Minuten später eine gute Einzelaktion startete und seinen jahrelangen „Zwilling“ Bartosch im Zentrum mustergültig zum 3-5 bediente, drehte sich das Momentum noch einmal. Mit dem vierten Tor befeuerte Gläser das sogar noch weiter, indem er Pantkowski im kurzen Eck überraschte, aber der Ausgleich wollte den Gastgebern nicht mehr gelingen. Auch eine Minute mit sechstem Feldspieler statt Torwart half da nicht mehr und Heilbronn konnte die drei Zähler mit auf die Heimreise nehmen. Die Schlussoffensive der Tigers kam zu spät und zuvor fehlten ihnen lange die zündenden Ideen gegen geschickte Gäste mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit und größerer individueller Klasse, auch wenn die sonstigen Torjäger des HEC Ranta und Kirsch diesem Spiel nicht so ihren Stempel aufdrücken konnten. Diesmal sprangen andere in die Bresche und entführten unterm Strich nicht unverdient die Punkte.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH