Heimdebakel für die Tigers

Deggendorfs Führungsspieler viel präsenter als ihre Bayreuther Pendants

Bayreuth Tigers – Deggendorfer SC 0:7 (0-5;0-0;0-2)

Zuschauer: 1688 Strafen: BT:10 Min D: 6 Min Powerplay: BT: 0/2  D: 0/4

Bayreuth: Herden, Jaeger (ab 13) – Mayr (2), Veisert, Heider (2), Linden, Newton, Mannes, Potac (2) – Rajala, Busch, Järveläinen, Bartosch, Gams, Richter, Bosas, Kronawitter, Heatley (4), Kirchhofer, Kunz, Gläser

Deggendorf: Bacashihua, Linda – Vavrusa, Wolfgramm, Wiederer, Stern, Müller, Kasten, Gläßl, Roach –  Deuschl, Gibbons, Leinweber, Brittain, S.Janzen, Kiefersauer, Brunner (2), Schembri, Seidl, Litesov, Röthke (2), Senft +2

Tore: 0:1 (2) Schembri (Brittain, Glässl); 0:2 (4) Röthke (Leinweber, Gibbons); 0:3 (5) Schembri (Brittain, Litesov); 0:4 (13) Kiefersauer (Deuschl, S.Janzen); 0:5 (18) Glässl (Kasten, Müller); 0:6 (50) Gibbons (Leinweber, Schembri); 0:7 (52) Leinweber (Vavrusa, Stern)

Zum ausgerufenen Studententag (stark ermäßigter Eintritt, der durchaus gut angenommen wurde) erwischten die Einheimischen einen denkbar schlechten Start. Der erste Angriff der Gäste führte schon früh (nach 93 Sekunden) zum Rückstand als Schembri bei seinem Schussversuch die Scheibe zwar nicht richtig traf, aber gegen den unglücklichen Herden damit trotzdem zum 0-1 einnetzte. Nach gerade einmal vier Spielminuten hatten die Niederbayern diesen mentalen „Schlag ins Gesicht“ aber durch Röthke und erneut Schembri sogar noch auf 0-3 ausgebaut, weil die Oberfranken, fast wie paralysiert, überhaupt keine Einstellung zu diesem wichtigen Spiel fanden. Auch die frühe Auszeit von Trainer Kujala half für die völlig indisponiert wirkenden Oberfranken nicht wirklich und Kiefersauer erhöhte nach einem schnellen Gegenzug weiter. Nicht einmal der für Kujala eher ungewöhnliche Torhüterwechsel im Spiel – Jaeger für Herden – brachte Besserung, denn Verteidiger Glässl traf per fast ungestörtem Alleingang (!) gegen eine völlig überforderte Defensive der Tigers ohne grosse Gegenwehr noch zum 0-5 vor der ersten Pause.

Die Pfiffe aus dem Publikum waren also mehr als verständlich und im zweiten Drittel spielten die Gelb-Schwarzen dann auch engagierter. Mit dem 0-5 Rucksack (ohne den verletzten Martens und den kranken Kolozvary) im Gepäck war es aber trotzdem schwer und Deggendorf beschränkte sich nun weitgehend auf defensive Stabilität um die Tigers durch eigene Unzulänglichkeiten nicht doch irgendwie ins Spiel zurück zu holen. Als die Gäste dabei aber etwas zu passiv wurden, nahm Trainer Sicinski, damit nun sichtbar unzufrieden, seinerseits Auszeit (30.), um seinen Mannen wieder mehr „Biss“ einzuimpfen. Die fast sofortige Wirkung war nun wieder mehr Kontrolle für den DSC und einzelne kleine Torchancen hüben wie drüben wurden relativ sichere Beute der beiden Goalies. So gab es in diesem Abschnitt keine weiteren Treffer und es blieb beim deutlichen Zwischenstand von 0-5 auch nach 40 Minuten.

Mehr als eine Vorentscheidung war bei diesem klaren Ergebnis zwar schon gefallen, aber es galt ja noch dieses Spiel sauber ins Ziel zu bringen und das schon durchaus für beide Clubs. Bayreuth war zwar bemüht für ein besseres Resultat, oder besser gesagt um die für ein Heimspiel sehr ungewöhnliche Null auf dem Scoreboard zu tilgen. Durchgesetzt haben sich am Ende aber auch hierbei die Donaustädter mit ihrem Anliegen, ihrem guten aber nicht oft richtig gefordertem, Neuzugang Bacashihua im Tor den „shut-out“ zu schenken. Daneben trafen die Leistungsträger Gibbons und Leinweber noch zum 0-7 Endstand und dokumentierten damit nachhaltig ihre eigene gute Vorstellung und den auch in dieser Deutlichkeit völlig verdienten Auswärtssieg des Aufsteigers im Tigerkäfig. Entsprechend zufrieden (Sicinski) bzw. maßlos enttäuscht (Kujala) waren auch beiden Trainer in der folgenden PK, wobei der Coach der Oberfranken ziemlich deutliche Worte fand. Bayreuth fand trotz der Wichtigkeit nie richtig in dieses Spiel und das wirft für alle Verantwortlichen Fragen auf, die nach diesem Debakel in den nächsten Spielen durch Leistung und Ergebnisse zu beantworten sind.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH