Bayreuth zieht trotz großem Kampf unglücklich den Kürzeren

Bayreuth Tigers – Löwen Frankfurt  1:2 (1-1;0-0;0-1)

Zuschauer: 1805 Strafen: BT: 2 Min F: 14 Min Powerplay: BT: 1/7   F: 0/1

Bayreuth: Jaeger, Herden – Mayr, Martens, Heider, Linden, Newton, Mannes, Potac – Rajala, Busch, Kolozvary (2), Järveläinen, Bartosch, Richter, Kronawitter, Heatley, Kirchhofer, Kunz, Gläser

Frankfurt: Andryukhov (2), Kucis – Yorke (2), Maginot (2), Eckl, Erk, Spang, Schüle, Faber – Tousignant (2), Mag.Eisenmenger, Proft, Lewandowski, Erk, B.Breitkreuz (2), Pistilli, Max.Eisenmenger, Kerälä, Mitchell (2), Bindels, Koziol, Meisinger (2)

Tore: 1:0 (5) 5-4 Heatley (Rajala, Järveläinen); 1:1 (9) Proft (Mitchell, Spang); 1:2 (58) Breitkreuz (Faber)

Der starke Lauf der Tigers (glänzende 12 Punkte aus den letzten 5 Spielen) sorgte für sichtbar gestiegenes Selbstvertrauen und so ging man auch die Partie gegen das Spitzenteam Frankfurt an. Mit ziemlich offenem Visier legten beide Mannschaften taktische Zwänge häufig ab, überquerten die Mittelzone oft zügig und sorgten so für ein über weite Strecken kurzweiliges Spiel. Mit dem ersten Powerplay gingen die Gastgeber dann auch gleich in Führung. Heatley stand im Slot goldrichtig und staubte den Abpraller nach einem Fernschuss ab. In der Folgezeit versuchten die Löwen dagegen zu halten, aber die gut gestaffelten Bayreuther ließen ihnen nur wenig klare Chancen und den Rest bereinigte Jaeger. Als Goldhelm Mitchell für die Hessen einmal auf der linken Außenbahn zu viel Platz hatte, nutzte er das perfekt und bediente Proft zentral, der direkt zum Ausgleich traf. Dieses Remis zur ersten Pause spiegelte die Kräfteverhältnisse ziemlich gut wieder.

Im Mittelabschnitt blieb das Spiel wechselhaft mit viel hin und her, worunter das Niveau nun aber zeitweise etwas litt aber die Oberfranken waren weiter voll auf Augenhöhe und gut im Spiel. Die Gäste erspielten sich mit der etwas „feineren Klinge“ zwar leichte Vorteile bei Spielanteilen und Scheibenbesitz aber die klareren Chancen hatten die Tigers. Unter anderem visierte Kolozvary einmal die Latte an (29.) und bei Großchancen von Bartosch und Kunz reagierte Löwengoalie Andryukhov prächtig. Bei einem Nachsetzen von Kunz wäre vielleicht auch ein Penalty möglich gewesen, doch die Unparteiischen entschieden auf zwei Minuten, was die Tigers in doppelte Überzahl brachte. Diese Phase spielte man aber etwas zu statisch, sodass Frankfurt dies unbeschadet überstand. Daraus zogen die Löwen offensichtlich neue Kraft, denn danach legten sie wieder einen Gang zu und kamen wieder zu besseren Chancen. Ein sehr starker Jaeger, das nötige Quäntchen Glück und aufopferungsvoll fightende Wagnerstädter hielten das Unentschieden aber auch bis zur zweiten Pause.

Im Schlussdrittel baute der Favorit aus der Mainmetropole immer mehr Druck auf und die Hausherren taten sich immer schwerer eigene Aktionen zu kreieren. Man schaffte es zwar den Gästen nach wie vor wenige Großchancen zu gestatten aber der eigene Spielaufbau fand teilweise kaum noch statt. Wieder hielt ein famoser Jaeger und seine gut arbeitenden Vorderleute das Remis, weil man die Räume eng genug machte und noch entscheidend stören konnte. In Überzahl gelang es dann das Spiel auf die andere Seite zu verlagern und mit dem nun zeitweise klasse mithelfenden Publikum am Familientag holte man das Momentum sogar nochmal zurück und einigen turbulente Szenen vor Andryukhov fehlte nur der krönende Abschluss. In der völlig offenen Schlussphase unterlief den Tigers aber ein Fehler in der Offensive, den die Gäste zu einem 3 gegen 1 Konter nutzten, den Breitkreuz selbst trocken zum 1-2 bestrafte. Die Tigers versuchten zwar nochmals zurück zu kommen aber Frankfurt spielte das nun clever und ließ auch gegen sechs Feldspieler nichts mehr Zwingendes zu und nahmen die drei Zähler mit auf die Heimreise nach Hessen.

Weite Teile der Partie agierte man absolut auf Augenhöhe mit dem klaren Favoriten und Meisterschaftsaspiranten aus Südhessen. Das alleine zeigt schon die positive Entwicklung der Tigers, der heute nur das I-Tüpfelchen von mindestens einem Punkt fehlte. Möglich war das jederzeit und deswegen bleibt auch mit dieser Niederlage kein Grund zum grämen, sondern mit erhobenem Haupt in die nächsten Aufgaben zu gehen.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH