Bayreuth fährt vor guter Kulisse die volle Ernte ein

Bayreuth Tigers – ESV Kaufbeuren  4:2 (1-1;1-1;2-0)

Zuschauer: 2571 Strafen: BT: 8 Min K: 8  Min Powerplay: BT: 0/3 K: 0/3

Bayreuth: Jaeger, Herden – Mayr, Martens (4), Heider, Mannes, Karlsson (2), Potac – Rajala (2), Busch, Kolozvary, Järveläinen, Bartosch, Richter, Bosas, Kronawitter, Linden, Heatley, Kirchhofer, Kunz, Gläser

Kaufbeuren: Vajs, Henne – de Paly (2), F.Koziol, Ketterer, Haase, Lillich, Messing (2), Pfaffengut, Schütz – Saarinen, Wolter, Schmidle, Lewis, Thomas, Schäffler, Laaksonen, Billich (2), Salminen, Thiel, Oppolzer, Blomquist (2)

Tore: 0:1 (3) Haase (Billich, Schäffler); 1:1 (8) Bartosch (Kolozvary, Martens); 2:1 (23) Busch (Richter, Gläser); 2:2 (28) Blomquist (Laaksonen, Saarinen); 3:2 (51) Järveläinen (Heatley, Mayr); 4:2 (56) Järveläinen (Rajala, Heatley)

Gut gesät und gearbeitet hat man schon öfters in den letzten Spielen aber diesmal ließ man sich „die Butter nicht mehr vom Brot nehmen“ wäre eine passende Beschreibung dieser Partie.

Der stattliche Rahmen, mit über 1000 im Sonderzug und Bussen angereisten Fans aus Kaufbeuren, tat sein Übriges zu einem stimmungsvollen Abend im Bayreuther Tigerkäfig, in dem die Einheimischen nicht unverdient die drei Zähler im Frankenland behielten.

Schon der Auftakt war vielversprechend für die Wagnerstädter, denn nach wenigen Sekunden hatte Heatley eine riesen Chance, verfehlte aber das ziemlich offene Tor aus kurzer Distanz. Nach etwa 3 Minuten lagen aber plötzlich die Gäste in Front, denn Haase ließ im Nachschuss Jaeger im Heimtor keine Abwehrmöglichkeit, nachdem seine Vorderleute den Slot nicht eng und konsequent genug verteidigt hatten. Schockwirkung hatte dieser Treffer aber nicht, sondern nach einem kurzen Schütteln machten sich die Tigers daran das Missgeschick schnell wieder zu korrigieren. Einen starken Aufbaupass von Martens brachte Kolozvary in freie und gute Schussposition und als Vajs diese Scheibe nicht festhalten konnte, war Bartosch zur Stelle und traf per Abstauber zum Ausgleich. Beide Teams boten danach ein schnelles Spiel in dem nur die ganz großen spielerischen Highlights und weitere Treffer fehlten.

Auch im Mittelabschnitt wogte die Partie relativ ausgeglichen hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. Der dynamische Richter hatte einige auffällige Szenen und als Busch einen schwierigen Rückhand-Nachschuss nach einer seiner gefälligen Aktionen zur Führung nutzen konnte, waren die Gelb-Schwarzen
2-1 vorne. Mit dem Ausgleich – fast etwas aus dem Nichts heraus – stellte Gäste-Torjäger Blomquist aber wieder auf Remis, als er weit außen einfach mal einen klasse Handgelenkschuss losließ, auf den Jaeger sichtbar nicht wirklich vorbereitet war. Technische Schmankerl waren zwar weiter eher dünn gesät aber das Spiel war trotzdem kurzweilig und auf seine Art sehenswert. Defensiv ließen die Bayreuther weiterhin wenig zu, auch weil man den Gästen einige wichtige Verletzungsausfälle anmerkte und nach Vorne erspielte man sich die eine oder andere Chance. Die Kolozvary-Reihe war dabei genauso Aktivposten wie Busch und Richter in Reihe drei, während die Finnen-Formation vom Roten Main um Järveläinen und Rajala noch etwas Anlaufzeit benötigte.

Für das letzte Drittel spürte man öfters wie die Partie auf der Kippe stand und einmal zogen die Referees auch bei einer undursichtigen Szene vor dem Bayreuther Gehäuse den Videobeweis zu Rate. Die Entscheidung auf kein Tor war korrekt, weil die Scheibe nie die Torlinie überquert hatte. Diese Szene hatte aber vielleicht sogar ihren Anteil am Bayreuther Sieg, denn danach wollten es die Tigers es noch etwas vehementer Wissen. Bei einem schnellen Angriff bediente Heatley Järveläinen mustergültig zentral und der kleine Finne überwand Kaufbeurens Goalie mit einem platzierten Schuss. Der ESV versuchte dann zwar wieder zurück ins Spiel zu finden aber die gut harmonierende Defensive der Wagnerstädter ließ weiter nur noch wenig zu und den Rest besorgte der souveräne Jaeger. Entschieden war die Begegnung dann mit Järveläinens fulminanten Onetimer auf Rajala Querpass zum 4-2 in der 56 Minute. Mit konzentrierter Arbeit ließ man Gästetrainer Brockmann dann auch keine Gelegenheit seinen Goalie für einen sechsten Feldspieler zu ziehen und verdiente sich diesen Dreier redlich. Bayreuth meldet sich mit einem starken Heimspiel gegen das Topteam aus dem Allgäu zurück und steigt in der noch immer engen Tabelle damit erstmal auf Platz 12. Noch wichtiger ist aber die geschlossen gute Mannschaftsleistung der Oberfranken die Selbstbewusstsein gibt für die kommenden Aufgaben.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH