Dezimierte Tigers entzaubern den nächsten Favoriten

Bayreuth Tigers – Ravensburg Towerstars 5:3 (1-0;4-1;0-2)

Zuschauer: 1364 Strafen: BT: 18 Min R: 12 Min Powerplay: BT: 2/5 R: 1/8

Bayreuth: Herden, Jaeger – Mayr, Martens, Veisert (2), Heider (8), Karlsson (4) – Rajala, Kolozvary, Järveläinen, Bartosch (2), Gams, Richter, Kronawitter, Kirchhofer, Kunz (2)

Ravensburg: Langmann, Boehm (ab 32) – Supis (2), Sturm, Pozivil, Keller, Kolb, Kokes – Schwamberger, Hinse, Mayer (2), Brunnhuber, Just, Pompei, Czarnik (2), Pfaffengut, Pokorny (2), Driendl (2), Zucker (2)

Tore: 1:0 (12) Järveläinen (Martens, Mayr); 2:0 (26) 5-4 Richter (Heider, Mayr); 3:0 (28) 5-4 Järveläinen (Karlsson, Rajala); 4:0 (29) Kronawitter (Mayr, Rajala); 4:1 (31) Hinse (Pozivil, Svoboda); 5:1 (31) Rajala (Gams); 5:2 (51) Pozivil (Just); 5:3 (60) 6-4 Zucker (Sturm, Just)

Am Tag nach dem Trainerwechsel in Ravensburg kam der ehemals souveräne Spitzenreiter in den Tigerkäfig gegen schwer dezimierte Gastgeber. Nur noch 5 Verteidiger und 8 Stürmer standen Heimtrainer Kujala zur Verfügung, so dass er Defender Veisert bei 5 gegen 5 sogar in den dritten Sturm beorderte. Die Oberfranken kamen trotz des kurzen line-ups gut ins Spiel und sicherten sich sogar etwas mehr Anteile am Geschehen mit einzelnen, zum Teil sogar richtig guten Chancen. Es dauerte aber bis Minute 12, bis dieses Übergewicht gegen die fast in Bestbesetzung agierenden Gäste auch an der Anzeigentafel sichtbar wurde. Einen Fernschuss von Mayr fälschte Järveläinen gezielt ab, so dass Langmann im Tor des EVR keine große Chance mehr hatte. In dieser starken Anfangsphase der Hausherren wäre sogar noch etwas mehr möglich gewesen, doch zum Ende hin kamen die Gäste auf. Besonders als man eine lange doppelte Überzahl hatte, drückte man, aber mit starkem Penaltykilling und einen sehr gut aufgelegten Herden im Tor blieb es beim knappen aber berechtigten 1-0.

Anfang des zweiten Drittels kam Ravensburg aggressiv zurück, doch Herden rettete spektakulär und ebnete damit den Weg für fulminante 6 Minuten der Gelb-Schwarzen. Den Anfang bei 5 gegen 4 machte Richter, der den nächsten „Kracher von Mayr von der Blauen“ zum 2-0 abfälschte. Kurz später visierte Järveläinen in Überzahl den Aussenpfosten an, um nach einigen weiteren Sekunden per strammen Onetimer doch das 3-0 zu markieren. Kaum war das Bully gespielt zog der sehr auffällige Mayr noch einmal durch und diesmal war Kronawitter der „Abfälscher“. Weitere Großchancen der Tigers fanden dann nicht den Weg ins Tor und als Hinse einen Nachschuss von Herden zum 4-1 verwerten konnte, stockte das Offensivfeuerwerk. Allerdings nur kurz und Rajala zog nochmals trocken ab und stellte auf 5-1, was den Arbeitstag von Langmann dann beendete. Boehm übernahm für ihn im Tor der Gäste.

Da Kronawitter dann ohne Fremdeinwirkung auch noch verletzt passen musste, wurde der Kader der Gastgeber noch dünner aber es gelang den Tigers noch immer den Angriffen der Towerstars im richtigen Moment das Stoppschild aufzustellen. Die Kraftreserven wurden zwar immer weniger aber alle heimischen Akteure gaben alles was noch im Tank war, um diese wichtigen drei Zähler ins Ziel zu bringen. Ravensburg hatte nun zwar Übergewicht doch es dauerte bis man klare Chancen bekam und den starken Herden bezwingen konnte. Pozivil aus der Halbdistanz und bei 6 gegen 4 Zucker 10 Sekunden vor Schluss schafften noch etwas Ergebniskosmetik, am verdienten Sieg der Tigers änderte das aber nichts mehr. Mit einer famosen, geschlossenen Mannschaftsleistung zwang man trotz Dezimierung die favorisierten Gäste über die 60 Minuten gesehen zu Recht in die Knie. In nahezu jeder Situation clever und effektiv agierend holte man sich die nächsten wichtigen Zähler an den Roten Main im Kampf um die Pre-Play-offs und den damit verbundenen sicheren Klassenerhalt. Kampf- und Laufstark behielt man die Partie unter Kontrolle. Mit aktuell Platz 9 im sehr engen Mittelfeld der Liga, hat man damit ein vor Monaten noch weit entfernt scheinendes Zwischenziel geschafft, muss aber weiter genau so intensiv arbeiten. Solche grandiosen Vorstellungen wie heute geben aber weiter Kraft und Mut für die nächsten Aufgaben.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH