Tigers drehen die Partie mit Energie noch ganz spät

Bayreuth Tigers – EHC Freiburg 4:3 (1-2;0-1;3-0)

Zuschauer: 1387 Strafen: BT: 14 Min F: 6 Min Powerplay: BT: 1/3   F: 1/7

Bayreuth: Jaeger, Herden – Mayr (2), Martens, Heider (2), Veisert, Mannes, Karlsson (2) – Busch (2), Rajala (2), Kolozvary, Järveläinen, Bartosch (2), Gams (2), Richter,  Kunz, Gläser

Freiburg: Hertel, Meder – Seeger, Rießle, Neher, Herm, Kauppila, Bednar – McGowan, Linsenmaier, Moser, Saccomani, Mikyska, Kunz, Cihak, Wittfoth, Balej, Stas

Tore: 1:0 (6) Kunz (Bartosch, Heider); 1:1 (8) Moser (Linsenmaier); 1:2 (14) Kauppila (Moser, Kunz); 1:3 (32) Herm (Kauppila, McGowan); 2:3 (49) Järveläinen (Busch, Gams); 3:3 (57) Karlsson (Rajala, Gläser); 4:3 (60) Heider (Busch)

Da beide Trainer auf einige Akteure verzichten mussten, waren wieder nur kurze Kader auf dem Eis und beim ausgeglichenen Beginn neutralisierten sich die Teams einige Minuten. Erst mit dem 1-0 für die Hausherren löste sich das etwas, als Bartosch seinen Teamkollegen Kunz mit einem präzisen Steilpass gegen die zu offene Wölfeabwehr auf die Reise schickte und dieser Hertel im Gästetor überwand. Der Aufwind der Hausherren hielt aber nicht lange an und mit dem Ausgleich nach einem kapitalen Fehlpass der Tigers hinter dem eigenen Tor und dem 1-1 durch Moser stieg die spürbare Verunsicherung der Oberfranken von Minute zu Minute. Der nächste Rückschlag folgte in Minute 14, als Kauppila die Breisgauer mit einem Fernschuss überraschend in Führung brachte. Freiburg bekam nun deutlich Oberwasser und nur der starke Jaeger im Gehäuse der Gastgeber hielt die Tigers noch im Spiel.

Auch zu Beginn des Mitteldrittels stand Jaeger häufiger im Brennpunkt als sein Gegenüber und schaffte wichtige „saves“, doch ab Minute 26 konnten sich die Wagnerstädter etwas befreien. Kunz traf nur den Pfosten (28.) und als auch Gläser, Gams und Karlsson ihre guten Möglichkeiten nicht nutzen konnten, schlugen die Gäste wieder zu. Herm nutze eine Überzahl nach einer übermotivierten Gams-Strafe per Nachschuss zum 1-3 und als die Wölfe kurz danach auch nochmal am Pfosten scheiterten, hatten die Bayreuther sogar noch Glück nicht höher in Rückstand zu geraten. Was auffällig war, dass Freiburg ruhig spielte aber die Bayreuther trotz der Brisanz dieses Spiels lange Zeit nicht wirklich sichtbare Energie aufs Eis brachte. Die Wölfe behielten lange relativ einfach strukturiert und fast etwas behäbig agierend alles unter Kontrolle.

Eine der wenigen Ausnahmen in Gelb-Schwarz war der Finne Järveläinen. Dieser versuchte immer wieder etwas zu kreieren aber ihm fehlte oft die Unterstützung. So blieb ihm bei einem weiteren Versuch der vorbei ging fast nichts anderes übrig als seinem eigenen Schuss energisch hinterher zu gehen, als die Scheibe von der Bande hinter dem Tor zurücksprang. Er wollte es förmlich erzwingen und das gelang ihm auch zum 2-3 (49.) und plötzlich fasste das ganze Team wieder neuen Mut. So wie Bayreuth aufkam, verloren die Wölfe gleichzeitig minütlich immer mehr die Ordnung und es spielte sich fast alles nur noch in der Hälfte der Gäste ab. Rächte sich es sich doch noch das Freiburg einige Überzahlspiele nicht konsequent genug spielte und eine höhere Führung dadurch verpasste? Dem vermeintlichen Ausgleich (56.) verwehrten die Refs noch die Anerkennung weil (etwas zu früh?) schon abgepfiffen war als Hertel zum wiederholten Mal die Scheibe bei einem Schuss prallen lies. Bayreuth setzte aber nach und Karlsson traf mit einem wuchtigen Schlagschuss bei 5 gegen 4 nur kurz später zum 3-3. Freiburg wirkte auf Grund des schon sicher geglaubten Sieges fast etwas paralysiert aber wie so oft geht es im Eishockey manchmal rasend schnell. Heider – der sich zuvor schon immer wieder tief mit in den Angriff eingeschaltet hatte – zog kurz nach der blauen Linie einfach mal ab und düpierte Hertel mit dem 4-3 keine Minute vor Ultimo zur kaum noch für möglich gehaltenen Wende. Gästetrainer Melichar nahm zwar noch seine Auszeit und versuchte mit 6 gegen 4 noch etwas zu retten aber Bayreuth brachte diesen Heimsieg über die Zeit. Man hielt sich somit noch Chancen offen im Kampf für die Pre-Playoffs, doch ist jedem klar, dass man sich dafür wieder weiter steigern muss. Positiv bleibt der Wille mit dem man dieses Spiel noch drehen konnte für die Moral und die Psyche des Teams als wichtige Erkenntnis.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH