Bayreuth gewinnt erneut in der Verlängerung

Bayreuth Tigers – Deggendorfer SC 5:4 (1-2;0-0;3-2) n.V.

Zuschauer: 2352 Strafen: BT: 12 Min D: 10 Min Powerplay: BT: 1/4 D: 1/5

Bayreuth: Jaeger, Herden – Mayr (4), Martens, Heider, Mannes, Karlsson (2), Potac – Rajala, Kolozvary, Järveläinen, Gams (2), Kronawitter, Lorraine (2), Heatley (2), Kunz, Gläser

Deggendorf: Bacashihua, Brenner – Vavrusa, A.Gawlik, Reinig, Wiederer, Gläßl, Roach (2) – Deuschl, Gibbons, Leinweber, Brittain, Bindels, Wolfgramm, C.Gawlik, Kiefersauer, Stern, Schembri (2), Litesov, Röthke (6)

Tore: 1:0 (8) Heatley (Järveläinen); 1:1 (13) 5-3 Gläßl (A.Gawlik, Litesov); 1:2 (20) Leinweber (A.Gawlik, Röthke); 1:3 (44) Leinweber (Röthke, Reinig); 2:3 (48) Kunz (Gläser, Kolozvary); 3:3 (50) 5-4 Kunz (Kolozvary, Heider); 4:3 (50) Kronawitter (Mannes, Järveläinen); 4:4 (56) Gläßl (A.Gawlik); 5:4 (66) Kolozvary (Kunz, Potac)

 

Vor allem in der Offensive stark dezimiert – z.B. ohne Bartosch, Busch und Richter – mussten die Oberfranken Spiel 3 absolvieren, während die Gäste bis auf die Verteidiger Kasten und Müller (beides Ex-Bayreuther) ziemlich aus dem Vollen schöpfen konnten.

Deggendorf begann diese Partie mit dem 0-2 Serienrückstand im Gepäck offensiv und aggressiv. Damit zeigte man, dass man beim DSC wusste, was die Stunde geschlagen hat, doch nach einigen Minuten spielten sich auch die Hausherren frei und mit einer technisch anspruchsvollen Volley-Abnahme nach feinem Järveläinen-Zuspiel brachte Heatley seine Farben in Führung. Deggendorf hatte zeitweise daran zu kauen, doch spätestens mit einem Hammer von Glässl bei 5 gegen 3 (13.) unters Dach war man wieder voll im Spiel. Mit dem starken Rückhandtreffer von Leinweber kurz vor der ersten Pause drehten die Rot-Blauen das Spiel sogar im ersten Abschnitt noch komplett.

Mit diesem Vorsprung im Rücken bezogen die Gäste dann etwas mehr die abwartende Position und die Gastgeber taten sich schwer aus eigener Initiative heraus klare Chancen zu kreieren. Spielerische Lösungen gab es nur vereinzelt und die wenigen Chancen – die beste hatte Gläser mit einem Powerplay untypischen Break (22.) – machte der gute Bacashihua im Gästetor zu Nichte. Auch ein langes (95 Sekunden), doppeltes Überzahlspiel brachte keinen zählbaren Erfolg und so blieb der zweite Abschnitt torlos.

Als dann nach 44 Minuten Leinweber auch noch auf 1-3 stellte, wurden die Sorgenfalten auf den wieder gut gefüllten Tribünen im Oval, für alle die es mit Bayreuth halten, noch etwas größer, doch vorzeitig Aufgeben gibt es in der DNA der Tigers nicht. So musste wieder eine Initialzündung herhalten, um der Truppe neue Kraft einzuhauchen und die verabreichte ihnen ausgerechnet wieder Junior Kevin Kunz. Der war es nämlich, der ein energisches Nachsetzten von Gläser und Kolozvary zum Anschlusstreffer veredelte und seinem Team den Weg zum „comeback“ zeigte. Als der gleiche Spieler kurze Zeit später im Powerplay – wieder nach Vorarbeit von Kolozvary und diesmal Heider – auch noch den Ausgleich markierte, stand der Tigerkäfig Kopf. Dies steigerte sich noch, als nur 27 Sekunden später Kronawitters Nachschuss zum 4-3 die Linie überquerte, doch auch Deggendorf wollte sich damit nicht abfinden und schlug ebenfalls zurück. Eine unübersichtliche Szene nach einem Pass von Glässl in den Slot rief den Videobeweis auf den Plan, denn die Scheibe lag dann im Tor. Die Bilder zeigten, dass Tigersroutinier Potac das Spielgerät unglücklich abfälschte und so stand es wieder Remis, sodass zum dritten Mal in Folge die Overtime die Entscheidung bringen musste.

Die Wagnerstädter gingen diesen erneuten „Nachschlag“ aktiver an, sorgten für mehr Offensive und dieser Mut wurde nach knapp sechs weiteren Minuten belohnt. Der Spieler des Tages Kevin Kunz setzte nochmal dynamisch an, umkurvte das Tor, versuchte einen Bauertrick den Bacashihua mit Hechtsprung und langem Schläger gerade noch vereiteln konnte, doch gegen den Nachschuss von Kolozvary war auch der hoch NHL- und DEL-dekorierte Amerikaner im Tor des DSC machtlos.

Damit sicherten sich die Tigers die 3-0 Serienführung und haben nun vier Möglichkeiten diese Runde für sich zu entscheiden, was „nebenbei“ auch den Klassenerhalt zur Folge hätte.

Auch wenn wieder nicht alles völlig rund lief, ist diese nun schon länger sichtbare Siegermentalität in der „crunchtime“ beeindruckend und für den Gegner zermürbend zugleich. Ein Schritt fehlt aber noch zur Krönung der Tigers und der ist ja bekanntlich der Schwerste in so einer Serie, auch wenn die Vorzeichen für die Gelb-schwarzen nun wirklich gut sind.