Samstag 20.01.1979

SVB – EV Schongau 4:4 (1-0,3-0,0-4)

 

Zuschauer: 600 Strafen: BT: 10 Min EVS: 6 Min

 

SVB: Käs, Oehl – Kilbourn, Schwindl, Benker, Kahler, Balg – L.Schmid, G.Schmid, Meyer, Och, Hunter, Plattner, Prell, Schneider, Ziegenthaler

 

Tore: 1:0 (9) Plattner (Meyer); 2:0 (28) L.Schmid (G.Schmid); 3:0 (35) G.Schmid; 4:0 (40) G.Schmid; 4:1 (46) Maier; 4:2 (48) Maier; 4:3 (52) Engel; 4:4 (57) Landshut

 

Sensationssieg um Haaresbreite verpasst

 

Bei 4:0-Führung vor dem Schlussdrittel Volksfeststimmung auf den Rängen

 

Bayreuths Eishockeyteam imponierte beim 4:4 gegen Spitzenreiter Schongau 40 Minuten / Käs, G.Schmid überragend

 

Einem Sensationssieg schien der Neuling der Eishockey-Bayernliga, SV Bayreuth am Samstagabend entgegenzusteuern.

 

Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Die Bayreuther haben in den beiden ersten Dritteln ein hohes Tempo vorgelegt und uns durch genaue Manndeckung nur wenig Spielraum gelassen“, geizte Schongaus Spielertrainer Landshut nicht mit Komplimenten für die Bayreuther, die sich in der Tat 40 Minuten lang mit imponierender Spiellaune präsentiert hatten. Mit Berge versetzendem Einsatz brachten sie den Spitzenreiter total aus dem Rhythmus. Konstruktives Kombinationsspiel der Gäste erstickte so meist schon im Ansatz. So daß die Schongauer nur mit Einzelaktionen die Deckung der Oberfranken in Bedrängnis bringen konnten. Zwar stockte den einheimischen Anhängern jedesmal der Atem wenn die früheren Peitinger Oberligaspieler Maier, Landshut und Loth zum Torschuss ansetzten, doch der reaktionsschnelle SVB-Torsteher Käs brachte mit wahren Glanztaten die Gäste regelrecht zur Verzweiflung. Wiederholt bügelte Käs Unzulänglichkeiten seiner Vorderleute (Balg) bravourös aus. Den Sonderbeifall von den Rängen, als er in der 19.Minute ein Solo von Landshut stoppte, in der 20. Minute einen wuchtigen Schlagschuss von Zeise entschärfte und in der 21.Minute mit dem Schlittschuh nach einem verdeckten Schuß von Vogel einen Gegentreffer verhinderte, hatte sich der sichere Käs redlich verdient. Natürlich hatte Käs auch in einigen Situationen das Glück des Tüchtigen. So in der 23.Minute als Loth einmal knapp verfehlte und Käs von dem Ex-Peitinger Sekunden später noch einmal angeschossen wurde.

Als ein Ausgleich der schon im zweiten Drittel mit aller Macht drängenden Gäste in der Luft lag, wurde der Spitzenreiter erneut geschockt. Nach einer Bilderbuchkombination über Meyer und G.Schmid vollstreckte Lothar elegant zum 2:0. Aus Mißverständnissen profitierte G.Schmid beim 3:0 in der 35.Minute, während die Brüder Schmid zwei Minuten später nach klug inszeniertem Konter einen weiteren Treffer verpassten. Sehenswert das 4:0 durch den überragenden Bayreuther Spielertrainer G.Schmid, der sich die Scheibe im Verteidigungsdrittel erkämpfte, drei Gegenspieler raffiniert narrte und auch dem früheren Oberligatorsteher Metzner keine Chance ließ. Die Freude unter den einheimischen Eishockeyfreunden nach diesem Prachttor war unbeschreiblich.

Daß sich die Freude nach der Schlußsirene in der SVB-Spielerkabine ob des unerwarteten Punktgewinns dennoch in Grenzen hielt, hatte einige Gründe. So vermochten die Einheimischen, bei denen Mayer, Och, Kahler und Kilbourn mit Blessuren ins Spiel gegangen waren und den erkrankten Stürmer Hörath überhaupt nicht ins Gefecht schicken konnten, Konditions- und Konzentrationsmängel nicht zu verbergen. Bei Schongaus Generaloffensive behielt eigentlich nur Abwehrorganisator Kilbourn klaren Kopf. Balg und der nur sporadisch eingesetzte Schwindl wurden hingegen zur Achillesferse. Zudem handelten sich L.Schmid und Schwindl in entscheidenden Phasen unnötige 2-Minuten-Strafen in einer insgesamt fairen Auseinandersetzung ein. So schaute Spielertrainer G.Schmid nicht ganz unberechtigt nach dem 3:4 strafend und verärgert auf die Strafbank, wo sein Bruder Lothar gerade abbüßte. Die pausenlos unter Druck stehenden Bayreuther fanden im letzten Abschnitt nur noch phasenweise zu ihrem Spiel, während die Gäste mit ihren Assen Landshut, Meyer und Loth schier mit der Brechstange noch den Ausgleich markierten.

Schade wir waren dem Sieg so nahe“, kommentierte SVB-Spielertrainer G.Schmid, der dennoch mit der Leistung seiner Crew zufrieden war. Den Eindruch im Schlussdrittel führte er auch auf die späten Trainingszeiten – jeweils erst nach 21 Uhr – zurück. Mit sich selbst dürfte der Spielertrainer, der sich einmal mehr als Initiator klug eingefädelter Spielzüge hervortat, zufrieden gewesen sein. Glücklos bei verschiedenen Aktionen blieb sein Bruder Lothar. Während sich Och im zweiten Sturm als unermüdlicher Rackerer trotz Konditionsschwierigkeiten im Schlussdrittel auszeichnete, verdiente sich Kilbourn in der Verteidigung die beste Note.

Die Schongauer wussten sich spielerisch nicht so gut in Szene zu setzen wie Titelkonkurrent EA Kottern-Kempten bei seinem Gastspiel vor Wochen im städtischen Eisstadion. Offensichtlich war der verletzte Brey – sonst Spielmacher und Torjäger – doch nicht so ohne weiteres zu ersetzen. S.Zerenner



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH